Weisheitszahn
Wann wird der Weisheitszahn zum Problem ?
Woher hat der Weisheitszahn seinen Namen ?
Weisheitszähne entwickeln sich erst sehr spät (bei manchen Menschen ist die Erkennung des Weisheitszahnkeimes im Röntgen erst mit 14 Jahren nachweisbar) und brechen bei den meisten Menschen erst im Erwachsenenalter oder gar nicht durch. Daher der Name Weisheitszahn. Auch in anderen westlichen Sprachen wird im Namen des Zahns ein Bezug zu Weisheit oder Verständigkeit hergestellt.
Bei über 50% aller Deutschen ist der Kiefer für Weisheitszähne zu klein. Gerade in der Kieferorthopädie spielen diese Platzverhältnisse zur Einstellung für einen schönen Zahnbogen eine wichtige Rolle.
Oftmals sind Zahnschmerzen, Entzündungen und Zahnverschiebungen durch den Weisheitszahn häufige Folgen.
Die frühzeitige Entfernung des Weisheitszahn in Abstimmung mit dem Hauszahnarzt und Kieferorthopäden stellt heutzutage ein Standardeingriff dar.
Ein geübter Oralchirurg ist speziell ausgebildet auch den sehr tief im Kiefer liegenden Weisheitszahn schnell, sicher und vor allem schmerzlos zu entfernen.
Der Eingriff wird in unserer Praxis in Lokalanästhesie mit Beruhigungsspritze oder in Vollnarkose angeboten. Postoperative Beschwerden sind bei fach - sachkundiger Betreuung und Operationsweise eher minimal.
WISSENSCHAFTLICHE STELLUNGNAHME zur Weisheitszahnentfernung der Deutschen Gesellschaft für Zahn- Mund- und Kieferheilkunde gegr. 1859
Die Keimentfernung oder Extraktion der dritten Molaren führt nicht zur Reduzierung oder gar zur Auflösung eines tertiären Engstandes. Günstigstenfalls wird sie dazu beitragen, dass sich dieser Engstand nicht weiter verstärkt. Die Germektomie korrekt liegender und mit ausreichendem Platz ausgestatteterdritter Molaren in Fällen, in denen die Entstehung eines tertiären Engstandes für möglich gehalten wird, muss als sehr umstritten bezeichnet werden, zumal mit dem Weisheitszahn ein möglicherweise verwendbarer Brückenpfeiler geopfert wird. Dieserscheint insbesondere bei Patienten von Bedeutung, bei denen der Zustand der 1. oder 2. Molaren eine langjährige Erhaltung nicht erwarten lässt. Auf jeden Fall empfiehlt sich vor der prophylaktischen Germektomie der Weisheitszähne eine sorgfältige Überprüfung der Erhaltungsfähigkeit der Molaren. Auch ist eine definitive Beurteilung der Platzverhältnisse korrekt liegender 3. Molaren erst bei (weitgehend) abgeschlossenem Wachstum möglich. Die vorbeugende Germektomie der Weisheitszähne kann engstandgefährdeten Patienten angeraten werden, wenn die Keimlage und die Platzverhältnisse einen regulären, unbehinderten Durchbruch der dritten Molaren ohnehin nicht erwarten lassen, was für etwa 45% unserer Population zutrifft [5]. Wenn eine Entfernung der Weisheitszähne vorgesehen ist, erscheint zur Verhütungeines frontalen Engstandes eine Germektomie zweckmäßiger als die Extraktion des durchgebrochenen Zahnes. Die Weisheitszahnentfernung sollte dann vor Ausbildung des Engstandes oder spätestens bei Auftreten der ersten Anzeichen desselben erfolgen. Eine Germektomie vor dem 14. Lebensjahr bringt keine Vorteile; sie solltewegen der übersichtlicheren anatomischen Situation und der eingeschränkten Möglichkeit der Beurteilung der Platzverhältnisse in der Regel erst gegen Ende der skelettalen Wachstumsphase durchgeführt werden.
Quelle: DZZ (08) 2002, Autor: P.Schopf
Gemeinsame Stellungnahme der DGZMK und der DGKFO zum Thema Weisheitszahn
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Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie
Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam-Mittelmark)
Literatur zum Thema Weisheitzahn:- Fachgerechte Weisheitszahn - Extraktionen., S. Asanami und Y. Kasazaki, Quintessenz Verlag Berlin
- Die operative Weisheitszahn - Entfernung., P.Tetsch und w. Wagner, Hanser Verlag
- Die Bedeutung der Weisheitszähne aus kieferorthopädischer Sicht. In: Diedrich, P. (Hrsg.): Praxis der Zahnheilkunde, Kieferorthopädie III , C.W.Schwarze, Urban und Fischer, München, Jena
Dr.med.dent. Frank Seidel
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