Karies
Karies schmerzfrei behandeln lassen
Karies, Zahnfäule, ordinär: "Loch im Zahn", vom lat. "caries" = "Fäulnis", Zerstörung der Zahnhartsubstanz( Schmelz, Dentin) und im Spätstadium damit verbunden ein Angriff auf den Zahnnerv bakteriell bedingt als eine der häufigsten "Infektionskrankheiten" des menschl. Körpers; weit über 95% der Europäer sind davon befallen, in Deutschland verfügen nur etwa 0,8% der Bevölkerung über naturgesunde Zähne. Vier von fünf Menschen weltweit hatten oder haben Karies.
Bis ins 18. Jahrhundert glaubte man vielfach, Karies würde durch einen Wurm verursacht, der schwarze Löcher in den Zahn fraß. So stellte ein französischer Bildhauer den Wurm und die Höllenqualen des Zahnschmerzes um 1780 dar.
Die erste Theorie, wie Karies entstehen könnte, stammt aus der Zeit um 1.800 v. Chr. und hatte bis ins 19. Jahrhundert Geltung: Sie besagt, dass der „Zahnwurm" der Übeltäter sei und sich in das Innere des Zahnes fräße, ihn aushöhlen und damit die schrecklichen Schmerzen hervorrufen würde.
1889 wurde von dem amerikanische Zahnarzt Willoughby Dayton Miller die Ursache der Karies erforscht: Er fand heraus, dass Bakterien, die sich von Zucker ernähren, Karies verursachen. Miller war Begründer der sog. „chemisch-parasitären Kariestheorie" die im Prinzip auch noch heute eingeschränkte Gültigkeit hat, da hiermit die körpereigenen, immunologischen Faktoren nicht berücksichtigt werden.
Karies bedeutet eine Zerstörung der Zahnhartsubstanz durch Stoffwechselprodukte dieser Bakterien, die sich auf der Zahnschmelzoberfläche in einer Matrix anlagern. Aus nahrungsbedingten Kohlenhydraten bilden diese Bakterien Säuren, die zu einem Absinken des ph-Wetes unter die für Schmelz und Dentin kritische Grenze führen mit der Folge, dass der Hydroxylappatit der Schmelzoberfläche zunächst chemisch verändert wird und schließlich in Lösung geht.
Wenn auch bis heute die Entstehung der Karies noch nicht vollständig geklärt ist, so steht fest, dass es ohne Kohlenhydrate und Bakterien - vornehmlich dem Bakterium Streptococus mutans - keine Karies. gibt.
Kann man Karies schmerzfrei beim Zahnarzt entfernen ?
Schmerzfreie Karies-Behandlung mit Cariosolv:
Carisolv ist ein Gel, das der so genannten chemischen Entfernung von Karies dient. Das Verfahren ist relativ neu und wird routinemäßig in Deutschland erst seit wenigen Jahren durchgeführt. Das Carisolv-Gel wird kurz vor der Behandlung zusammengemischt. Es besteht unter anderem aus dem Desinfektionsmittel Natriumhypochlorit und aus bestimmten Aminosäuren. Die von Karies befallenen Stellen werden durch das Carisolv-Gel aus dem Zahn herausgelöst, intakte Zahnsubstanz dagegen von Carisolv nicht angegriffen. Carisolv ist substanzschonend, trotzdem sollte das Gel die Schleimhaut nicht berühren. Nach einer Einwirkzeit von ca. 30 Sekunden beginnt der Zahnarzt, die mit Carisolv eingeweichten Kariesareale mit entsprechenden Instrumenten zu entfernen. Mit dem Bohrer muss nur gearbeitet werden, um unter der Oberfläche liegende Karies mit „zu kleinen" Verbindungen nach außen zu erreichen. In der Regel wird der Defekt (Karies) mit einer zahnfarbenen Kunststoffüllung (Composit) verschlossen.
Schmerzarme Karies - Kariesentfernung mit dem Laser:
Das Bohren beim Zahnarzt ist für viele Patienten ein unangenehmes und abschreckendes Gefühl. Die komischen Geräusche und das Vibrieren sind für viele Menschen stark belastend. Mit dem Laser ist es möglich, kleinere Kariesdefekte ohne Bohren zu behandeln, aber auch diese Technologie hat Ihe Grenzen und hat sich deshalb bei der Behandlung von Karies noch nicht vollständig durchgesetzt.
Wie wird eine Karies beim Zahnarzt festgestellt ?
Inspektion mittels Mundspiegel, Zahnsonde, Pinzette bei einer guten Beleuchtung und evtl. Einsatz einer Lupenbrille - verbunden mit Druckluft zum Trockenblasen des Zahnes - ist auch heute noch die standardmäßige Diagnosemethode, obwohl sie fast die Hälfte aller vorhandenen Karieserkrankungen (an den von außen nicht zugänglichen Stellen) nicht erkennen lässt (Aproximalkaries). Trotz neuerer Diagnosemethoden gilt die visuelle Inspektion unterstützt durch den vorsichtigen Einsatz mit einer SondeDie Röntgendiagnostik vor allem für die nicht einsehbaren Zahnzwischenräume (Interdentalkaries), zur Bestimmung der Tiefenausdehnung und Kontrolle von Bereichen an/unter schon bestehenden Füllungen(Sekundärkaries); bewährtes Medium für diese Untersuchungsmethode sind sogenannte Bissflügelaufnahmen ("bite wings"). Eine röntgenologische Erkennung ist erst ab ca. 20 % Entkalzifizierung möglich. 55 % der kariösen Veränderungen werden mit dieser Technik erkannt.
Wann verursacht die Karies Zahnschmerzen ?
Der Zahnschmerz setzt ein, wenn sich die Erreger bis zum Dentin (Zahnbein) vorgearbeitet haben. Das ist ein Warnsignal! Spätestens jetzt ist eine Behandlung gegen Karies fällig. Auch undichte Füllungen oder Kronen lösen Schmerzen aus, weil die empfindlichen Stellen direkt darunter liegen oder sich an undichten Kronenrändern Karies gebildet hat. Manchmal befindet sich auch unter einer dichten Füllung noch Karies, die den Zahn weiterhin unbemerkt schädigt.
Ist Karies ansteckend ?
Wissenschaftlicher Erkenntnis zufolge ist Karies "ansteckend". Auslöser sind wie bekannt Bakterien und diese können auch übertragen werden. Dies ist insbesondere deswegen von Interesse, da ein Kind ohne karieserzeugende Bakterien geboren wird. Erst Umweltkontakt infiziert den Säugling mit den Kariesbakterien. Folglich können um so mehr Bakterien auf das Kind übertragen werden, je mehr sich im Mund der Mutter befinden. Genau aus diesem Grunde ist es zur vorsorglichen Risikobestimmung sehr ratsam für die werdende Mutter, jeweils am Anfang und am Ende der Schwangerschaft einen Speicheltest durchführen zu lassen, um geeignete Prophylaxemaßnahmen gegen Karies ergreifen zu können.
Wie kann man Karies vorbeugen ?
Karies zählt weltweit zu den häufigsten ernährungsabhängigen Erkrankungen. Grundvoraussetzung für gesunde Zähne ist eine ausgewogene Ernährung, die alle wichtigen Nährstoffe enthält. Insbesondere die Mineralstoffe Calcium, Phosphor und Fluorid sowie die Vitamine A, D und C sind unerlässlich für eine gesunde Entwicklung und Erhaltung der Zähne und des Zahnhalteapparates. Besonders durch eine regelmäßige zahnprophylaxe beim Zahnarzt kann Karies dauerhaft vermieden werden.
Möchten Sie mehr über die Möglichkeiten der Kariesentfernung und zum Thema Karies beim Zahnarzt in Kleinmachnow bei Berlin erfahren ? Dann rufen Sie uns jetzt an und vereinbaren Sie einen Termin für ein kostenloses und unverbindliches Beratungsgespräch:
Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie
Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam Mittelmark)
Literatur zum Thema Karies:
- Stimmt unser Weltbild der Karies noch?, Buchalla, W., Die Quintessenz 59 (2008), Berlin:
Die Karies ist heute weltweit eine der am weitesten verbreiteten Infektionserkrankungen. Ernährung und Mundhygienegewohnheiten haben einen großen Einfluss auf die Entwicklung von Karies im Individuum. Dem dentalen Biofilm kommt bei der Entstehung von Karies eine entscheidende Rolle zu. Heute sind eine Reihe besonderer Eigenschaften und Mechanismen dieses Biofilms bekannt, die ein etwas differenzierteres Bild der Ätiologie der Karies zulassen. Die Kenntnis über Steuerungsmechanismen und Zusammenhänge im dentalen Biofilm wird in Zukunft neue Möglichkeiten der Prävention gegen Karies und Kariestherapie eröffnen.
Dr.med.dent. Frank Seidel
Zahnarzt für Oralchirurgie
TSP Implantologie
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