Zahnmedizinische Betreuung - mangelnder Backround für schwerkranke Patienten wird beklagt
Zahnarztangst - Ausbildungsdefizite- zahnmedezinische Betreuung behinderter , älterer Patienten und schwerkranker Patienten
Berlin (ots) – Rigide politische Rahmenbedingungen und Richtlinien sorgen in Verbindung mit Ausbildungsdefiziten im Zahnmedizinstudium dafür, dass Behinderten, alten Menschen und schwerkranken Patienten bestimmte Leistungen oft vorenthalten werden (müssen). "Das ist unterlassene Hilfeleistung", kritisiert Dr. Volker Holthaus, Bad Segeberg, auf der 26. Jahrestagung des Berufsverbandes Deutscher Oralchirurgen am 13. und 14. November in Berlin.
In Deutschland sind mindestens 6,8 Millionen Menschen schwerbehindert. Mehr als die Hälfte ist 65 Jahre und älter. Bei 80 Prozent der Betroffenen ist eine Krankheit die Ursache der Behinderung. Mehr als zwei Millionen Menschen sind pflegebedürftig, über eine Million leidet an Demenz. Die Behandlung behinderter Patienten stellt die meisten Zahnärzte vor ein Problem. Meist kennen sie die ambulante Behandlung in Vollnarkose nicht oder haben sie erlernt und auf der anderen Seite erstatten Krankenkassen nicht den erhöhten Aufwand , den eine solche Behandlung nunmal erfordert. Die Zahngesundheit von behinderten, betagten, multimorbiden und pflegebedürftigen Menschen ist deutlich schlechter als die anderer Bevölkerungsgruppen. So ist gerade bei dieser Population eine zielgerichtete Prophylaxe und zahnmedizinische Betreuung in der Zahnarztpraxis erforderlich.
Wissenschaftler zu dem Schluss, dass "eine regelmäßige zahnmedizinische Betreuung von älteren Menschen, die in Heimen oder selbstständig leben, den jeweiligen Behandlungsaufwand sowie die anfallenden Kosten niedrig halten und eine deutliche Verbesserung des oralen und allgemeinen Gesundheitszustandes bewirken könnte. "
Doch solche Erkenntnisse stoßen bei den Verantwortlichen, Funktionären, Politikern und Krankenkassen bislang auf taube Ohren. "Erforderlich wären politische Rahmenbedingungen, die es uns ermöglichen, behinderte Patienten adäquat prophylaktisch und prothetisch zu versorgen", stellt Dr. Volker Holthaus, Bad Segeberg, fest. "Ebenso wäre es nötig, angehende Zahnärzte besser auf die Behandlung solcher Patienten schon im Studium vorzubereiten", fordert der Vorsitzende der AG für zahnärztliche Behindertenbehandlung im BDO. "Auch brauchen Zahnmediziner eine bessere Ausbildung etwa auf dem Gebiet innerer Erkrankungen sowie pharmakologische Kenntnisse, wenn sie multimorbide und schwerkranke Patienten kompetent betreuen sollen."
Doch trotz zahlreicher Bemühungen hat sich die Situation in den letzten Jahren eher verschärft als verbessert. "Die Richtlinien der GKV sind inzwischen so eng gefasst, dass wohlmeinende Sachbearbeiter der Krankenkassen keinerlei Spielraum mehr haben", beschreibt Holthaus seine Erfahrungen.
Haben sie negative Erfahrungen bei der Erstattung oder Genehmigung von Vollnarkosen bei den Krankenkassen ? Teilen Sie uns mit was sie bewegt ! Dr.Frank Seidel
| Datum: | 18.09.2009, 18:57:38 Uhr |
| Kategorie: | Zahnarztangst |
| Kommentare: | 2, Neuen Kommentar schreiben |
Bisherige Kommentare:
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Name: |
Bettina Lange 93.232.59.225 |
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Kommentar: |
Meiner Meinung nach ist es wichtig behinderten Menschen eine ausreichende zahnärztliche Versorgung zu bieten. Bei angehenden Zahnärzten muss es doch möglich sein, schon während des Studium entsprechende Schulungen durchzuführen. |
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Name: |
B. Lange 93.232.59.225 |
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Kommentar: |
Ich habe gehört, dass es Zahnarztpraxen mit einer mobilen Behandlungseinheit gibt. In einigen Gebieten ist so die Versorgung von alten und behinderten Menschen möglich. |
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Dr.med.dent. Frank Seidel
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