Zahn-implantatgetragene Brücke
Verbundbrücke - Verbundbrücken - Zahn-Implantatgetragene Brücke
Immer wieder wird die Frage diskutiert , ob zahn-implantatgetragene Brücke(Verbundbrücken) die gleiche Haltbarkeit oder Wertigkeit wie rein implantatgetragene Brücken(Implantatbrücken) haben. Wegen des vorhandenen Restzahnbestandes stellt sic´h aus klinischer Sicht gerade im teilbezahnten Kiefer(Freiendsituation) oder im Sinne der Pfeilervermehrung im reduzierten Restgebiß die Frage, ob vorhandene Zähne in die implantologische Versorgung mit einbezogen werden sollen oder ob der reinen Implantatbrücke der Vorzug gegeben werden soll. Als Argumente für die Einbeziehung von eigenen Pfeilerzähnen wird die Verrringerung des Behandlungsaufwandes, die anstehende notwendige Überkronung des Zahnes(Zahnkrone) und die Einbeziehung natürlicher Zähne aus funktioniellen Gründen genannt.
Die unterschiedlich statischen Verhaltensweisen von Zähnen, welche biologisch mit feinen Fasern im Knochen verankert sind und somit einen gewissen Grad einer Federung besitzen, sind gegenüber dem starr verschweißten Implantatkörper mit dem Knochen(Osseointegration) völlig unterschiedlich. Rein biomechanisch wird somit ein komplett starres System mit einem Beweglichen verbunden und dann mit diesem zusammen kaufunktioniell belastet. Desweiteren kommt im Unterkiefer die Torsionsbeweglichkeit der Unterkieferspange erschwerend zu den oben auftretenden Kraftleistungen hinzu. Generell sind bei der zahn-implantatgetragenen Brücke mehr biologische Komplikationen zu beobachten. Neben parodontalen Entzündungen(Parodontose), Sekundärkaries am Kronenrand des Pfeilerzahnes treten häufig Brückenlockerungen(Dezementierung) auf.
Das biologische System Zahn-Zahnhalteapparat sind praktisch eine Grundvoraussetzung für den Langzeitrerfolg der zahn-implantatgetragenen Brücke. Deshalb ist auch der endodontisch vorbehandelte Pfeilerzahn(Wurzelbehandlung) als erheblicher Risikofaktor für einen solchen Brückenverbund zu nennnen. Bei den verbundenen Implantaten werden häufig Schraubenlockerungen im Bereich der Implantatkrone und Keramikabplatzungen am Zahnersatz beobachtet. Deshalb sollte auch der semiparmanent zementierten Zahn-implantat Brücke der Vorzug gegeben werden.Seltener wir eine Periimplantitis(Implantatentzündung) dokumentiert.
Prinzipiell kann aus heutiger Sicht folgende Empfehlungen für die zahn-implantatgetragene Brücke gegeben werden:
- Die Erfolgsdaten zu Verbundbrücken beziehen sich überwiegend auf drei- bis viergliedrige Konstruktionen. Deshalb sind derartige Zahn-implantatgetragene Brückenkonstruktionen den vielgliedrigen vorzuziehen
- Die Verbundbrücken sollten starr gestaltet werden
- Die Verbundbrücken sollten durch die Art der Zementierung oder einer mittels kontrollierten Drehmomentes vorgenommenen Verschraubung dauerhaft sicher fixiert werden
- Die Pfeilerwertigkeit des Zahnes(parondontale Verhältnisse, günstige Wurzellänge, vitale Pulpa) sind entscheidend für die Prognose der Konstruktion
- Neben günstigen ossären Bedingungen im Implantatbereich sollte eine sichere Implantat-Abutment-Verbindung vorliegen
Literatur zum Thema Zahn-implantatgetragene Brücke(Verbundbrücke):
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Walther W, Bühler CH, Heners M: Prothetischer Erhaltungsaufwand bei implantatgestütztem und kombiniert zahn-implantatgetragenen Zahnersatz: Z Zahnärztl Implantol 1999; 15: 92-96
Palmer RM, Howe LC, Palmer PJ: A retrospektive 3-year study of fixed bridges linking Astra Tech ST implants to natural teeth. Clin Oral Impl Res 2005; 16: 302-307
Klaus RE, Romanos GE, Egerer C, Nentwig GH: Die Versorgung von Freiendsituationen mit Rekonstruktionen auf der Basis des Ankylos-Systemes. ZZ Implantol 1997; 13(4): 183-186
Dr.med.dent. Frank Seidel
Zahnarzt für Oralchirurgie
TSP Implantologie
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