Wurzelbehandlung schmerzfrei
Durch eine schmerzfreie Wurzelbehandlung Zahnerhalt sichern
Die Wurzelbehandlung (Kanalbehandlung) dient vor allem zur Behandlung des entzündeten Zahnnerven. (Pulpitis) Hierbei erfolgt eine Reduktion der Bakterienenzahl, welche sich in den dem Wurzelkanal manifestiert haben und anschließend starke Schmerzen verursachen können.
Die Hauptursache für eine solche Wurzelbehandlung ist eine ausgedehnete Karies, welche den Wurzelkanal über das Zahnmark erreicht hat. Meist reagiert der Zahn zuerst durch die heftige Pulpitis mit starken Zahnschmerzen. Durch die Insertion eines entprechenden antiphlogistischen und entzündungshemmenden Medikamentes(Ledermix*) in das Pulpenkavum des Zahnes und die Einnahme von Zahnschmerztabletten können die vorerst auftretenden heftigen Schmerzen vorerst gelindert werden. Eine solche Erstmaßnahme wird vom Zahnarzt oft im zahnärztlichen Notdienst vorgenommen. Wird der Zahn nicht durch eine Wurzelbehandlung gerettet kann es zu einer entzündlichen Infiltration unmittelbar in das Gewebe(Entzündliches Infiltrat) mit anschließender Abszeßbildung(Vereiterung) und Fistelbildung kommen.
Weitere Ursachen für eine Wurzelbehandlung:
- akute Entzündung des Zahnnerv (Pulpitis s.o.)
- abgestorbener Zahn durch chronische Entzündung
- Fehlbelastung des Zahnes
- Zahnfraktur durch Zahnunfall
- Parodontose und tiefe Zahnfleischtaschen
- prothetische Versorgung mit Zahnersatz
Wie erfolgt eine solche Wurzelbehandlung ?
Die Wurzelbehandlung in der Zahnarztpraxis ist eine sehr zeitaufwendige und intensive Zahnbehandlung, die der unmittelnaren Schmerzfreiheit nach akuter Entzündung und die Ausheilung des chronischen Entzündungsprozesses um die Wurzelspitze herum zum Ziel hat.
Die akute Entzündung des Zahnnerven macht sich zuerst durch zunehmende, pulsierend bohrende Schmerzen vor einer Wurzelbehandlung bemerkbar. Meist hat der Patient das Gefühl, der Zahn ist erheblich verlängert ist und verspührt einen starken Druck auf dem Zahn. Die Wurzelbehandlung wird in Lokalanästhesie vorgenommen und bei sehr ängstlichen Patienten sollte eine solche Wurzelbehandlung in Tiefschlaf bzw. Analgosedierung durchgeführt werden. Durch die starken Entzündungsprozesse kommt es sehr häufig bei einer Wurzelbehandlung zu Anästhesieversagern, sodass nur spezialisierte Zahnärzte(Oralchirurg) eine adäquate Schmerzausschaltung vornehmen können. Zumeist erfolgt die Darstellung der Zahnkavität (Zahnhöhle) durch einen Bohrer oder einen Laser. Mit einer absoluten Trockenlegung(Kofferdamm) wird der zu behandelnde Zahn bei einer Wurzelbehandlung von der Mundhöhle abgeschirmt. Hochflexible, rotierende Instrumente entfernen nun entzündliches Gewebe aus dem Wurzelkanal und bereiten ihn zur entprechenden Größe für die Wurzelkanal-Füllung auf. Desinfizierende Spüllösungen reinigen den Wurzelkanal und entfernen sämtliche Abbauprodukte. Medikamentöse Einlagen auf antibiotischer Basis werden temporär appliziert um völlige Keimfreiheit bist zur definitiven Wurzelkanal-Füllung zu erzielen. Der Zahn wird mit einer temporären, provisorischen Füllung nach einer Wurzelbehandlung versorgt. Die Länge der Wurzelkanäle wird durch digitale Röntgen dokumentiert und so auch die Länge der Wurzelkanal-Füllung bestimmt. Besonders wichtig bei der Wurzelbehandlung sind sterile Wurzelkanal-Instrumente und die korrekte Aufbereitung des Wurzelkanales bis zur Wurzelspitze.
Die definite Wurzelkanalfüllung wird bei einer Wurzelbehandlung meist in einer separaten Sitzung vom Zahnarzt vorgenommen. Thermoplastische Wurzelkanalfüllungen haben sich in der Zahnarztpraxis aufgrund ihrer hervorragenden Abfülldichte zur Wurzelwand bewährt.
Wie erfolgt am besten die exakte Vermessung der Wurzelkanäle bei einer Wurzelbehandlung ?
Früher wurde eine Kontrollröntgenbild mit einem Wurzelkanalinstrument vorgenommen, um die Länge des Wurzelkanales zu ermtteln. Bei der sogen. elektrometischen Vermessung des Wurzelkanales wird durch eine Widerstandsmessung die Länge bei einer Wurzelbehandlung bestimmt. Das Prinzip ist die Messung des elektrischen Widerstands zwischen dem Wurzelkanalinstrument im Inneren des Zahnes und einer zweiten Elektrode am Patienten. So kann ohne zusätzliche Röntgenbelastung eine genaue Vermessung vorgenommen werden. Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich an dieser schmerzfreien Längenbestimmung bei einer Wurzelbehandlung zur Zeit nicht.
Unmittelbar nach der Wurzelfüllung kann es bei einer Wurzelbehandlung unter Umständen zu Zahnschmerzen kommen, welche jedoch durch die Verabreichung eines Schmerzmittels in Kombination mit einem Antibiotikum eingeschränkt werden können. Sollte sich nach einer Wurzelbehandlung die Wurzelspitze des behandelten Zahnes weiterhin entzünden wird bei entsprechender Indikation eine Wurzelspitzenresektion vorgenommen.
Welche Erfolgsaussichten hat eine solche Wurzelbehandlung und gibt es Risiken und Misserfolge ?
Die statistische Erfolgsquote für eine Wurzelbehandlung liegt zwischen 70-80 Prozent. Der entscheidende Erfolgsfaktor für den Zahnerhalt liegt in der richtigen Indikationsstellung des Zahnarztes und in der Anatomie der aufzubearbeitenden Wurzelkanäle. Hinzu kommt eine präzise Arbeitsweise mit dem Operationsmikroskop und eine elektronische Längenbestimmung des Wurzelkanals, um später eine möglichst präzise Wurzelkanalfüllung zu ermöglichen. Thermoplastische Füllungsverfahren zur Opturation des Wurzelkanals erhöhen die Erfolgsaussichten bei einer Wurzelbehandlung. Unzulängliche Wurzelkanal-Abschnitte und eine starke Krümmung derer können die Wurzelbehandlung erschweren . In solchen Fällen wird meist eine Wurzelspitzenresektion durch den Zahnarzt vorgenommen. Besonders hartnäckige Entzündungen durch Bakterien und eine verschleppte Wurzelbehandlung führt meist zu einer Zahnextraktion. Hier ist im Vorfeld eine ausführliche Aufklärung gegenüber dem Patienten, auch im Notfall erforderlich. manchmal kann es sinnvoll sein, den erkrankten Zahn nicht durch eine Wurzelbehandlung zu erhalten und später durch ein sicheres Implantat zu ersetzen.
Prinzipiell sollte jeder erfolgreich Wurzelkanal-behandelte Zahn nach einer Wurzelbehandlung durch einen entsprechenden Zahnersatz, dh. eine Zahnkrone(Stiftzahn) versorgt werden. Diese Zahn-oder Teilkrone fasst körperlich den geschwächten, spröden Zahn und sorgt für eine suffiziente mechanische Stabilität im Kausystem. So können spätere Zahnfrakturen nach einer Wurzelbehandlung vermieden werden. Nicht nur aus kaufunktioniellen Aspekten empfiehlt sich diese Überkronung, auch neigen Zähne dazu sich nach einer Wurzelbehandlung grau zu verfärben und sollten schon aus ästhetischen Gründen durch eine Zahnkrone versorgt werden.
Wie ist nun die Langzeitprognose eines Zahnes nach einer Wurzelbehandlung einzuschätzen ?
Die Langzeitprognose nach einer Wurzelbehandlung des Zahnes hängt definitiv von einer optimalen Wurzelfüllung bis zum Wurzelapex und eines entzündungsfreien Zahnfleischverhältnissen ab. Unbedingt notwenig ist aber eine unmittelbare Versorgung des wurzelbehandelten Zahnes durch eine stabilisierende Rekonstruktion mit einer Zahnkrone oder Teilkrone, um späteren Zahnfrakturen vorzubeugen. Dabei ist anzumerken, dass eine Wurzelbehandlung immer den letzten Versuch durch den spezialisierten Zahnarzt darstellt, einen bereits schwer erkrankten Zahn ohne seinen vitalen Nerven symptomlos und vorallem in seiner Funktion zu erhalten.
Bezahlt die Wurzelbehandlung die Krankenkasse ?
Ja - ABER= nur in entsprechen Indikationsstellungen . Bei präziser Arbeitsweise mit dem Operationsmikroskop, der Lupenbrille, elektrometrischer Längenmessung des Wurzelkanals sowie thermoplastischen Wurzelkanalfüllungen sind private Zahlungen durch Patienten fällig. Bei folgender Indikationsstelung beteiligt sich die gesetzliche Krankenkasse:
- Zum Erhalt einer geschlossenen Zahnreihe
- Vermeidung einer einseitigen Freiendsituation
- Erhalt von funktionstüchtigem Zahnersatz
Welche Folgen können eintreten, wenn keine Wurzelbehandlung vorgenommen wird ?
Wurzelbehandlung oder Implantat ?
Das Implantat ist sicherlich nicht der bessere Zahn. Doch in vielen Fällen ist die Wurzelbehandlung kontraindiziert und das Implantat das Mittel der Wahl:
- Bei ungenügendem parodontalen Halt
- Bei Zähnen, deren Funktionsfähigkeit(Siftaufbau) restaurativ nicht wiederhergestellt werden kann
- Bei Längsfrakturen und tiefen Kronen-Wurzelfrakturen
- Bei ausgeprägten internen und externen Resorbtionen
- Bei Zähnen mit obliterierten Wurzelkanälen und Anzeichen für eine apikale Entzündung( Bei Vorliegen einer apikalen Entzündung mit Möglichkeit der Aufbereitung bis kurz vor die Wurzelspitze ist meist ein Zahnerhalt mit einer Wurzelspitzenresektion möglich)
Kann sich ein Zahn nach einer Wurzelbehandlung verfärben ?
Unter Umständen ja, wenn durch das im Blut vorhandene Eisen und andere Stoffwechselprodukte Farbstoffe in der Zahnsubstanz abgelagert werden. Wenn es zu einer solchen Verfärbung nach einer Wurzelbehandlung kommt, kann der Zahn durch ein internes Bleaching (Zahnaufhellung) wieder seine ursprüngliche Farbe wiederbekommen.
Ist die Anwendung eines DVT bei der Wurzelbehandlung indiziziert ?
Die American Association of Endodontists haben hierzu unlängst ein Positionspapier erarbeitet. Hierbei wird betont, dass der Einsatz der Volumentomographie keinesfalls zu den Routinemaßnahmen bei der Wurzelbehandlung zählt. Empfohlen wird dieses bildgebende Verfahren bei der Wurzelkanalsuche mit komplizierten anatomischen Verhältnissen, zur Identifikation von Wurzelanomalien, Komplikationen bei der Wurzelbehandlung und bei bestimmten Fällen einer Wurzelresorption. Bei der Diagnostik dento-alveolärer Traumata z.B. Wurzelfrakturen oder Luxationen wird die Volumentomographie ebenfalls empfohlen.
Wurzelbehandlung und Reinigung mit nur einem einzigen Instrument:
Das SAF - System(Self Adjusting File) ist ein neues, einzigartiges Wurzelbehandlung - System zur Reinigung und Aufbereitung von Wurzelkanälen. Dabei kann bei einer Wurzelbehandlung eine komplette dreidimensionale Wurzelkanalreinigung und -aufbereitung mit nur einem einzigen Instrument vorgenommen werden. So erlaubt ein abrasives NiTi - Gitter auch die Wurzelbehandlung von komplexen Wurzelkanalanatomien. Die "Self Adjusting Feile" (SAF) passt sich dabei gleitend der vorgegebenen, anatomischen Wurzelkanalstruktur an. Auch ovale und c-förmige Wurzelkanäle können damit bei einer Wurzelbehandlung aufbereitet werden. Wissenschaftliche Studien zur Wurzelbehandlung mit dem SAF - System bescheinigen eine bis zu 40 Prozent mehr bearbeitete Arbeitsfläche und eine bis zu 30 Prozent stärkere Bakterienreduktion als bei herkömmlichen Feilensystemen.
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Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie
Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam Mittelmark)
Literatur zum Thema Wurzelbehandlung:
Was ist eine Wurzelbehandlung ?, Berns, Joel M., 1.Auflage, Quintessenz-Verlag Berlin
Diese zeitgemäße Patienteninformation dient der Patientenaufklärung am Behandlungsstuhl oder im Wartezimmer. Die "Wurzelbehandlung" macht den komplexen endodontischen Behandlungsablauf transparent. Eine hervorragende Patienteninformation, die die Kommunikation mit dem Patienten erheblich vereinfacht und somit zur Zeitersparnis für den Zahnarzt führt.
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Zahnarzt für Oralchirurgie
TSP Implantologie
Förster - Funke - Allee 104
14532 Kleinmachnow-Berlin
Tel.: 03 32 03-85 200
Notruf: 0174-1610060
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