Zahnimplantate
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 Sofortimplantation - verzögertes Sofortimplantat

 Sofortimplantation nach Zahnentfernung - Zeitpunkt verzögertes Sofortimplantat

In der Vergangenheit wurde im Hinblick auf eine konventionielle oder implantatprothetische Rehabilitation vorerst die Ausheilung der Alveole abgewartet. Je nach dem Zeitpunkt des Einbringen eines Implantates nach der Zahnextraktion unterscheidet man in der zahnärztlichen Chirurgie die Sofortimplantation(Einsetzen eines Implantates sofort nach der Zahnentfernung), verzögerte Sofortimplantation(Implantation nach 4-6 Wochen nach Zahnentfernung) und die Spätimplantation(Einbringen eines Zahnimplantates nach 3-6 Monaten oder noch später) nach vollständiger knöcherner Ausheilung des Zahnfaches(Alveole).Nach einer Spätimplantation werden augmentative präprothetische oder präimplantologische Maßnahmen stets in einer zweiten ambulanten Operation durchgeführt. Erst danach schließen sich die Implantation und die prothetische Versorgung mit Zahnersatz an.

Klinische Beobachtungen,aber auch wissenschaftliche Studien innerhalb der Zahnchirurgie weisen aus,dass in einem sehr kurzen Zeitraum nach der Zahnoperation(3-6 Monate) horizontal bis zu 50 % des alveolären Knochenvolumens resorbiert werden. Der vertikale Knochenverlust wird sehr unterschiedlich dokumentiert(0,8-1,5mm). Da das Weichgewebe(rote Ästhetik) dem resorbierten Knochen folgt, stellt sich nach kurzer Zeit eine deutliche Veränderung des Weichgewebevolumens und vor allem Verteilungsmusters dar. Um hier den Knochen optimal erhalten zu können ist die Sofortimplantation direkt in das Zahnfach mit simultanem Knochenaufbau die beste chirurgische Variante den Knochen zu behalten. Bei einer verzögerten Sofortimplantation wird meist die Organisation des Weichgewebes über der Alveole oder das Abklingen entzündlicher Knochenprozesse unter Gabe eines Antibiotikums abgewartet. Sollte ein Sofortimplantat oder verzögertes Sofortimplantat nicht unmittelbar nach einer Entfernung des Zahnes eingesetzt werden können(Zyste, obere und untere Molaren) empfiehlt sich die Durchführung 3-D- stabilisierender Maßnahmen direct post extractionem. Ergänzend kann auch in diesen Fällen ein Interimszahnersatz eingesetzt werden, z.B. Klebebrücke mit moderat extendiertem Pontic. Die vorgenannten augmentativen Maßnahmen können in Abhängigkeit von der Alveole als Socket Preservation(Alveolenerhaltung) oder Ridge Preservation(Kieferkammerhaltung) bezeichnet werden.

Was sind die Voraussetzungen für eine Sofortimplantation ?

Die schonende Entfernung des Zahnes unter Erhalt der vestibulären und oralen Knochenlamelle ist eine Grundvoraussetzung für eine Sofortimplantation. Auch ist eine optimale Primärstabilitatät der eingebrachten Fixtur Grundbedingung für eine später komplikationslos erfolgende Osseointegration(Implantateinheilung). Die klassische Indikation für eine Sofortindikation ist der Oberkieferfrontzahnbereich.

Zu unterscheiden vom Begriff der Sofortimplantation ist die Sofortbelastung von Implantaten(Immediate loading), bei dem ein neu eingesetztes Zahnimplantat sofort unter funktionieller oder nicht funktionieller Belastung gesetzt wird. Unter diser Sofortversorgung versteht man nach allgemeiner Auffassung die Eingliederung von prothetischem Zahnersatz 48 Stunden nach der Implantation.

Literatur zum Thema Sofortimplantation:

Kaus Th, Sethi A: Sofortimplantation und Sofortbelastung von Ankylos*Implantaten in frischen Extraktionsalveolen. Erste Ergebnisse. 19. Meeting der Academy of Osseointegration, 18.-20.März 2004

 


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 07.07.2011
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