Zahnimplantate
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Prothesenhaftmittel

Haftmittel für Prothese

Wenn mehrere Zähne durch Parodontose oder Karies so vorgeschädigt sind, dass sie durch eine Zahnextraktion entfernt werden müssen, wird oft für den Übergang eine Vollprothese eingegliedert. Gerade in diesem Übergangsstadium sind schlecht sitzende Prothesen für den Prothesenträger keine Seltenheit. Die Patienten haben dann oft Angst, dass sich ihr Zahnersatz beim Sprechen, Kauen oder bei der Nahrungsaufnahme lockert und dabei die sogen. Interimsprothese aus dem Mund fällt.  Nach Abheilung der Wundverhältnisse und ausreichender Konsolidierung des Knochenlagers wird dann zu einem späteren Zeitpunkt eine indirekte Unterfütterung der Prothese im zahntechnischen Labor vorgenommen. Durch diese Unterfütterung, welche ebenfalls mit dem gleichen Prothesenkunststoff vorgenommen wird,  kann die so vorhandene Prothesenbasis optimal an die vorhanden Kieferverhälltnisse adaptiert werden.

Definitiver Zahnersatz wird durch schlüssige Ankopplungselemente wie Stege, Teleskope oder Duckknöpfe am vorhandenen Zahnbestand befestigt, sodass bei diesen prothetischen Versorgungsmöglichkeiten diese Gefahr des Herausfallens der Teilprothese nicht auftritt.

Die früher übliche Anwendung von einem Prothesensauger bei einem schwierigen Prothesenhalt führte durch punktuellen, starken Unterdruck am Gaumen zu starken Resorbtionen am Kieferknochen, verbunden mit einem starken Knochenabbau. Dieses Verfahren wurde erstmals von Carl Rauhe(1846-1928) als Vorrichtung zur Befestigung eines Gummiplättchens in einer Vertiefung an der Gaumenseite von Totalprothesen zur Erhöhung der Saugkraft entwickelt. Dieses Verfahren zum besseren Halt einer Totalprothese gilt heute als veraltet.

Der Prothesenhalt kommt vorwiegend durch den Unterdruck zwischen Prothesenplatte und Schleimhaut(Gingiva) zustande. Die Bedeutung der Adhäsion beim Halt einer Totalprothese ist jedoch umstritten. Zur Erhaltung des Unterdruckes sind der Speichel und seine Viskosität, die Paßgenauigkeit der Prothesenbasis (Fließen in kapillaren Spalten) sowie die Gestaltung des Prothesenrandes(Funktionsrand) wesentlich. Bekanntlich ist der Halt einer Unterkiefer-Totalprothese idR schwieriger, da die Prothesenbasis sehr viel weniger die Möglichkeit hat, anzusaugen. Außerdem spielen hier die Hebelbewegungen der Kau -und Zungenmuskulatur eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Aber wann werden  Prothesenhaftmittel noch angewendet ? Wie obengenannt schon betrachtet ist die Übergangsphase nach Zahnoperationen mit Umstellung des Zahnersatzes zur Totalprothese eine erste Indikation. Gerade im stark atrophierten Unterkiefer kommen verschiedene Prothesenhaftmittel bis hin zu klebbaren Saugschwämmchen zum Einsatz. Nicht bei allen Kieferverhältnissen können Zahnimplantate eingesetzt werden, sodass auf diese primitiven Hilfsmittel zurückgegriffen werden muß. Auch ist die Produktion von Speichel bei älteren Patienten und bei multipler Medikamenteneinnahme oft sehr eingeschränkt, so dass auch hier Prothesenhaftmittel eingesetzt werden.

Welche Haftmittel für die Prothese werden üblicherweise angewendet ?

Haftcremes in verschiedenen Konsistenzen können für einen verbesserten Halt einer Prothese deutlich verbessern, wenn die Menge und Konsistenz des vorhanden Speichels nicht ausreichen, um den erforderlichen Unterdruck für den Prothesenhalt zu produzieren. Die meisten Prothesenhaftmittel quellen im Speichel auf und erhöhen dadurch seine Viskosität. Haftmittel für die Prothese enthalten spezielle Quellstoffe, wie Alginate oder Methylcellulose, die ein dünnes, elastisches Polster unter der Prothesenbasis bilden. Prothesenhaftmittel verbessern dadurch nicht nur den Halt einer Prothese, sondern sie beugen auch Druckstellen vor. Haftmittel für die Prothese sind auf die unterschiedlichen Speichelmengen bei den Protheseträgern abgestimmt. Neben Haftcremes als Haftmittel für die Prothese wird auch Haftpulver angeboten. Dieses Haftpulver wird gleichmäßig auf die feuchte Gesamtfläche der Prothese aufgebracht, während die Haftcreme nur punktuell und sparsam aufgetragen wird. Wenn unter der Prothesenbasis kleinere Hohlräume entstehen, dann eignen sich in solchen Fällen auch sogen. Haftpolster. Diese kleinen Faservliese eignen sich auch als Prothesehaftmittel und dienen gleichzeitig als Schutz vor chron.Entzündungen bei ungleichmäßiger Belastung der Kieferschleimhaut. Bei stärkeren Druckstellen und unmittelbar nach einer Zahnoperation empfehlen wir Wundcremes mit einem Schmerzmittel und Antibiotikum als Medikamententräger um die Gaumenschleimheit direkt unter der Prothesenbasis behandeln zu können. 

Bitte achten sie auf die regelmäßige Prothesenreinigung und gleichzeitige Entfernung aufgetragener Haftcremes. Diese Prothesehaftmittel können bei nicht täglicher Säuberung der Prothesebasis einen Bakterienrasen bilden, der die beanspruchte Gauemnschleimhaut zusätzlich entzündet. Unangenehmer Mundgeruch bei Nichtentfernung des Haftmittels für die Prothese  kann ebenso eine unangenehme Begleiterscheinung sein. Auch auf der Kieferschleimhaut verbliebene Reste des Prothesehaftmittels können problemlos mit Speiseöl entfernt werden. Gleichzeitig sollten sie auf eine sparsame Anwendung achten.


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 27.11.2010
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Zahnarzt für Oralchirurgie
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