Milchzahn
Milchzahn - Milchgebiß - Milchzähne - Wichtigkeit und Pflege - Spätfolgen - Zahnlücke
Das Wort ,zusammengestzt aus Milch und Zahn, kommt seit dem 16. Jahrhundert vor. Es erklärt sich daraus, dass die ersten Milchzähne bereits erscheinen, wenn das Kind noch gestillt wird (Muttermilch bekommt). Auch wird der Milchzahn wegen seiner hellen, milchigen Farbe so genannt. Die Milchzähne sollen in ihrer Funktion möglichst bis zum Durchbruch der bleibenden Zähne erhalten werden. So ist ein vollständiges Milchgebiss die Voraussetzung für den komplikationslosen Durchbruch der bleibenden Zähne. Insgesamt sind beim Menschen 20 Milchzähne angelegt, wobei wir jeweils im Ober-und Unterkiefer vier Schneidezähne, zwei Eckzähne und vier Backenzähne vorfinden.
Warum ist der Milchzahn so wichtig ?
Es ist äußerst wichtig, den ersten Zahn ebenso gut zu pflegen wie die bleibenden Zähne, da sonst Karies entsteht, die für Kinder nicht nur schmerzhaft, sondern auch die nachfolgenden Zähne erheblich schädigen können. Der Milch-Zahn ist massgeblich am Kieferwachstum beteiligt und bietet vor allem aus kieferorthopädischer Sicht eine Platzhalterfunktion für die bleibenden, später durchbrechenden Zähne. Sollte ein solcher vorzeitig gezogen werden müssen entsteht im Milchgebiß eine Zahnlücke, welche sich zusehends verkleinert. Der bleibende Zahn wird nun an seinem Zahndurchbruch gehindert. Durch einen prothetischen Platzhalter (z.B.Schiene-Draht oder Zahnspange) können die benachbarten Milchzähne an dieser Lückenverkleinerung blockiert werden.
Welche Spätfolgen können noch auftreten , wenn der Milchzahn verloren geht ?
- Das Kind kann auf der Seite mit der Zahnlücke nicht mehr richtig kauen, wechselt automatisch auf die andere Kauseite oder zerkleinert die Nahrung nicht mehr so, wie es eigentlich sollte.
- Der Zahn im gegenüberliegenden Kiefer kann stärker herauswachsen, also länger werden, da ihm sein Gegenzahn fehlt. Die Folge ist eine Störung der Kaufunktion.
- Handelt es sich gleich um mehrere Milchzähne, die gezogen wurden, können auch Störungen der normalen Sprachentwicklung und eventuell des Aussehens (Ästhetik) auftreten. Beides kann für das Kind sehr belastend sein.
Was ist nun zu tun, wenn ein Milchzahn odere mehrere verloren gehen ?
Wenn mehrere Milchzähne über längere Zeit ersetzt werden müssen, kann eine kleine Zahnprothese(Kinderprothese) angefertigt werden. Diese Kinderprothese ist nichts anderes als eine Zahnspange (herausnehmbares, kieferorthopädisches Gerät) mit künstlichen Zähnen. Wenn ein Milchzahn auf Grund starker Zerstörung nicht mehr mit einer Füllung versorgt werden kann, gibt es die Möglichkeit, eine Kinderzahnkrone einzusetzen. In der Regel wird auf einem Milchzahn eine einfache Krone aus Metall oder Kunststoff hergestellt.
Wann kommt der erste Milchzahn ?
Der Zeitpunkt des Durchbruches des ersten Milchzahnes kann sehr unterschiedlich sein. Üblicherweise kommt der erste mit sechs Monaten dann kommt jeden Monat ein neuer hinzu. Im Alter von zweieinhalb Jahren sind meist alle Milchzähne durchgebrochen. Die Kleinkinder haben dann meist ein vollständiges Milchgebiß mit 20 Milchzähnen.
Wie verkraftet das Kleinkind den Durchbruch der ersten Milchzähne ?
Viele Kinder sind in dieser Zeit gereizt und schlafen schlecht. Hinzu kommt, dass oft die Umgewöhnung von der Muttermilch auf Folgekost in den Zeitraum des ersten Zahnens fällt, was Kindern ebenfalls Probleme bereiten kann. Der Milchzahn wächst ab dem dritten Lebensmonat nach oben bzw. unten. Schon lange vor dem Zahndurchbruch kann es deshalb zu vermehrtem Speichelfluss, Quengeln wegen leichter Schmerzen oder auffallend roten Bäckchen kommen. Manche Babys stecken ständig die Fäustchen in den Mund, wenn sie die ersten Milchzähne bekommen. So kann man ersatzweise einen Beissring anbieten. In machnen Fällen ist es sinnvoll, wenn der Kinderzahnarzt eine schmerzstillende Salbe aufträgt.
Was müssen die Eltern bei der Pflege der Milchzähne beachten ?
Wenn der erste Zahn da ist, sollten die Eltern mit der Mundpflege beginnen – sie ist der beste Schutz vor Karies und Zahnfleischentzündung. Zahnbeläge und Säuren können die frisch hervorgekommenen Milchzähne zerstören ehe sie richtig durchgebrochen sind! Bei Kleinstkindern kann man eine spezielle Babyzahnbürste benutzen oder mit einem Läppchen plus Zahnpasta reinigen. Während in dieser Zeit einmal tägliche Zahnpflege ausreicht, sollte ab dem zweiten Geburtstag der Milchzahn schon zweimal täglich geputzt werden – morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Einschlafen. Bei kleinen Kindern müssen Eltern das Zähneputzen selbst übernehmen – werden die Kinder größer sollte man bis zum Schulalter noch sicherheitshalber nachputzen und kontrollieren. Kleinkinder sollten übrigens altersgerechte Zahnbürsten bekommen – der kurze, dicke Griff macht es ihnen leichter, die Zahnbürste gut festzuhalten .
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Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie
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