Zahnimplantate

Kieferhöhlenentzündung

Kieferhöhlen - Sinus maxillaris - Kieferhöhlenoperationen- Kieferhöhlen-Entzündung

Die Funktion der Kieferhöhle ist bis heute noch nicht ganz geklärt. So soll sie an der Anfeuchtung und Erwärmung der Luft, Beteiligung am Gruchssinn und an der Resonanzverstärkung der Stimme eine Rolle spielen (Blanton u.Biggs 1969).

 Anatomie Sinus maxillaris: Die Kieferhöhle des Erwachsenen ist mit 12-15 cm 3 die größte der Nasennebenhöhlen. In ihrer anatomischen Form gleicht sie mit ihren vier begrenzenden Wänden einer Pyramide.(Waldeyer-Anatomie des Menschen) Das Dach der Kieferhöhle entspricht dem Augenboden, die tiefste Stelle grenzt an den Prozessus maxillaris(Ausbuchtung des Oberkiefers) wo ein sehr enger Kontakt zu den oberen Backenzähnen besteht. In wenigen Fällen können ausgeprägte Zahnwurzeln der 1.und 2.Backenzähne den Boden der Kieferhöhle perforieren. Hier kann es bei Zahnextraktionen zur Eröffnung der Kieferhöhle kommen, welche dann plastisch vom Zahnarzt verschlossen werden muß damit sich die Kieferhöhle nicht entzündet. (Rehrmann-Plastik). Die seitliche Wand des Sinus maxillaris grenzt unmittelbar an die Nasenhöhle und ist mit ihr durch zwei Öffnungen verbunden, welche sehr wichtig für die Belüftung des Hohlraumes sind. Die Kieferhöhle ist im Inneren mit einem Zilien tragenden respiratorischen Epithel ausgekleidet, welches mit einer Öffnung(Ostium naturale) mit der Nasenschleimhaut in Verbindung steht. Die Schleimhaut , welche auch als Schneidersche Membran bezeichnet wird, hat eine Dicke von ca 1 mm. Sie wird bei der sogenannten Sinusbodenelevation oder auch Sinuslift durch ein operativ angelegtes Fenster mit speziellen Instrumenten angehoben damit sie während einer Implantation nicht verletzt wird. Der so geschaffene künstliche Hohlraum wird idR mit einem Gemisch aus eigenem Knochen und einem Knochenersatzmaterial aufgefüllt.(Augmentation)

Entzündungen der Kieferhöhlenentzündungen kommen häufig vor und können verschiedene Ursachen haben. Wenn Keime über die Nasenschleimhaut verschleppt werden spricht man von einer rhinogenen Kieferhöhlenentzündung. Oft sind aber auch entzündete Wurzelspitzen von Zähnen nach einer Wurzelbehandlung, tiefe Zahnfleischtaschen bei Parodontose, Wurzelreste, entzündete Implantate(Periimplantitis) und infizierte radikuläre Zysten für eine dentogene (von den Zähnen ausgehend) Sinusitis maxillaris verantwortlich. Sollte nach einer Zahnoperation  eine intraoperativ entstandene Perfoarion zwischen Mundhöhle und Kieferhöhle nicht plastisch verschlossen werden, kann es ebenfalls zu einer Kieferhöhlenentzündung kommen. Kieferhöhlenentzündungen äußern sich oft in einem permanenten Druckgefühl auf der jeweiligen Kieferhälfte mit ausstrahlenden, diffusen Kopfschmerzen.

Die Behandlung einer Kieferhöhlenentzündung sollte in jedem Fall nach der jeweiligen Ursache(dentogen, rhinogen) erfolgen. Oft wird parallel zu einem operativen Eingriff(Entfernung von Wurzelresten, entzündeten Zähnen, Zysten, Verbesserung der Nasenbelüftung durch ein operativ angelegtes Fenster ) ein Antibiotikum verordnet. Bei chronischen Entzündungen der Kieferhöhle sollte die polypös veränderte Schleimhaut entfernt werden. Radikaloperationen mit der gesamten Entfernung der Kieferhöhlenschleimhaut (Caldwell & Luc) werden in der heutigen Zeit nicht mehr favourisiert, da starke Vernarbungen und chronische Dauerschmerzen oft in der Nachbehandlungszeit auftreten können.

Zu einer Kieferhöhlenoperation wird Ihnen Ihr Zahnarzt raten, wenn eine chronisch-eitrige Entzündung der Kieferhöhle vorliegt und eine medikamentöse Behandlung (Antibiotikum, Inhalationen mit Emser-Salz)nach der Ursachenentfernung nicht zum Erfolg geführt haben. Generell ist eine Kieferhöhlenoperation in Vollnarkose oder in Sedierung zusätzlich mit einer lokalen Anästhesie zu empfehlen.


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 27.11.2010
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