Kieferchirurgie - ambulantes Operieren
Die Kieferchirurgie in Berlin und ambulantes Operieren in der Implantologie beim Zahnarzt
Unter dem Begriff ambulantes Operieren versteht man in der Kieferchirurgie und auch in anderen Fachbereichen, dass die Patienten sowohl die Nacht vor als auch die Nacht nach der Operation zu Hause verbringen können. Dank des ständigen Fortschrittes bei Narkoseverfahren, Medizin-Technik und Operationstechniken(SIC) in der Kieferchirurgie können immer mehr ambulante Operationen durchgeführt werden. Weltweit werden heute ambulante Operationen zu 80% unter diesen Bedingungen durchgeführt, in Deutschland werden nur zu 37% der Operationen ambulant durchgeführt.
Im letzten Jahrhundert bedeutete eine Operation in der Kieferchirurgie meist auch stationären Krankenhausaufenthalt. Dies ergab sich mehr aus traditionellen Motiven denn aus medizinischer Notwendigkeit, denn erst mit der flächendeckenden und technisch hoch ausgerüsteten Versorgung mit Kliniken und der Konzentration der Fachärzte auf diese Einrichtungen wurde diese Gleichsetzung etabliert. Geschictlich gesehen war es im 19. Jahrhundert nicht unüblich, prominente Patienten in deren Umfeld zu Hause zu operieren.
Vorteile ambulantes Operieren
Fakt ist: In Deutschland treten jedes Jahr circa 600.000 nosokomiale Infektionen-Entzündungen auf, das sind Infektionen, die in Einrichtungen des Gesundheitswesens (insbesondere in Krankenhäusern) erworben werden.(Quelle: Robert-Koch-Institut) Die häufigsten Krankenhausinfektionen sind Infektionen der Atemwege, postoperative Wundinfektionen und die Blutvergiftung.(Sepsis)
Ein großer Vorteil des ambulanten Operierens in der Kieferchirurgie besteht darin, dass die Patienten vom Kieferchirurg ihres Vertrauens invasiv behandelt werden. Überzeugend ist die Zufriedenheit ambulant operierter Patienten. 97,8 Prozent der Befragten würden sich wieder ambulant operieren lassen, 98,8 % würden diese Methode der Behandlung weiterempfehlen . Beim ambulanten Operieren entfallen die bisweilen ausgeprägten psychischen Belastungen, die bei mehrtätigen Krankenhausaufenthalten auftreten können. Auch sogenannte nosokomniale Infektionen, Entzündungen können so nicht auftreten.
"Mama, ich will nach Hause!" Wer kennt Ihn nicht diesen flehenden Satz eines Kleinkindes ? Die tagelange Trennung von vertrauten Menschen und der häuslichen Umgebung kann unsere Kleinen stark negativ seelisch beeinflussen. So bietet auch ambulantes Operieren beim Kinderzahnarzt auch in der Kieferchirurgie viele Vorteile. Senioren sind in ähnlicher Art und Weise im seelischen Bereich besonders stark davon betroffen. Die meist fehlende psychologische Betreuung in Krankenhäusern tut ihr übriges. Die postoperative Genesung findet so zu Hause in vertrauter Atmosphäre statt. Die postoperative Heilung kann dadurch sogar besser, schneller und komplikationsloser verlaufen.
Welche Bedingungen müssen für ambulantes Operieren erfüllt sein ?
Hierbei muss man in der Qualifikation des ärztlichen Personals, des Operateurs und dem Narkose-Ärzten sowie den räumlichen Bedingungen(steriler OP, Befahrbarkeit der Praxis mit Rollstuhl, Parkmöglichkeiten und enge Anbindung an stationäres Krankenhaus) unterscheiden. Bezüglich der Vollnarkose müssen die Voraussetzungen zur Durchführung ambulanter Narkose-Verfahren gegeben sein. Der Anästhesist muss professioniell für einen ambulanten Eingriff, welcher für Ihn idr an wechselnden Standorten mit unterschiedlichsten Bedingungen stattfindet ausgebildet sein. Die moderne Anästhesie ermöglicht heute immer sanftere Narkosen und auf den Punkt gezieltere Schmerzfreiheit. Die rasante Entwicklung moderner Narkosemedikamente gestattet im Vergleich zu älteren Verfahren ein wesentlich schnelleres und entspannteres Aufwachen. So kann der Patient schnell und ohne Komplikationen nach der ambulanten Operation wieder nach Hause entlassen werden.
Ambulantes Operieren und Kieferchirurgie
In der Kieferchirurgie werden ambulante Operationen an Zahnwurzeln(Wurzelspitzenresektion), am Zahnfleisch(offene Parodontosebehandlung), Kieferhöhlenoperationen, Weisheitszahnentfernungen und Implantologie für Zahnersatz durchgeführt. Auch die operative Behandlung von Gebiss-Anomalien und Korrektur von Kieferfehlstellungen aus der Kieferorthopädie in Verbindung mit Zahnspangen gehören zu den ambulanten Operationen in diesem Fachbereich. Größere Tumoroperationen und Gesichtsverletzungen nach Unfällen werden meistens im Krankenhaus behandelt.
Geschichte der Kieferchirurgie:
Die geschichtliche Entwicklung der Kieferchirurgie beruht auf den Folgen der beiden Weltkriege. Die massenhaften Kiefer-und Gesichtsverletzungen in diesen Weltkriegen zwang jedoch die Chirurgen in erheblichen Umfang zahnärztliche Techniken und Materialien in die oparative Versorgung der Kriegsverletzten miteinzubeziehen. Dies führte zu einer Vernetzung der allgemeinchirurgischen Tätigkeit mit der zahnärztlichen Operationsweise. Ebenso wurden auf dieser Basis chirurgisch tätige Zahnärzte mehr an allgemeinchirurgische Kenntnisse herangeführt. Die Konsequenz aus dieser Entwicklung war die Forderung nach einem Fachbereich der Kieferchirurgie, wobei dann ein allgemeinchirurgisch ausgebildeter Mediziner zusätzlich eine fundierte zahnärztliche Qualifikation erhalten sollte. Bereits vom Chirurgen Axthelm wurde 1927 bei seiner Berufung an die Charite zusätzlich das zahnärztliche Staatsexamen gefordert. In Deutschland wird immer noch zum Abschluß des Facharztes in der Kieferchirurgie ein Doppelstudium in der Medizin und Zahnmedizin verlangt.
Die Entwicklung der operativen Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie führte in Deutschland zu einer berufsausübenden Gruppe mit ärztlicher Weiterbildung(Kieferchirurg) und einer mit einer zahnärztlichen Weiterbildung(Oralchirurg). Diese Teilung der operativen Zahn-Mund-Kieferheilkunde führte in der Vergangenheit zu einigen Konflikten und unnötigen berufspolitischen Kontroversen. 1998 bestätigte dann das Oberlandesgericht Zweibrücken in einem Verfahren Kieferchirurg gegen Oralchirurg rechtskräftig, dass Oralchirurgen auf dem Boden des Zahnheilkundegesetzes die operative, chirurgische Therapie im Bereich des Mundes, der Zähne und der Kiefer sowie der deckenden Weichteile durchführen können. Damit war nun endgültig rechtskräftig entschieden, dass der Fachzahnarzt für Oralchirurgie wie der Kieferchirurg die operative Zahn-Mund-und Kieferheilkunde umfassend ausüben kann.
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Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie
Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam Mittelmark)
Literatur ambulantes Operieren und Kieferchirurgie:
Die Geschichte der Mund- Kiefer-Gesichtschirurgie, Hoffmann-Axtelm, W., 1. Auflage 1995, Quintessenz Verlag Berlin
Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Schwenzer N., Ehrenfeld M., Thieme Verlag KG, Stuttgart 4. Auflage 2010
Die kieferorthopädisch-kieferchirurgische Kombinationsbehandlung unter Berücksichtigung temporomandibulärer Funktionsbefunde, Bock, J., Maurer, P., Die Quintessenz 55 (2004), Nr. 12, Quintessenz Verlag Berlin
Minimalinvasive Therapiekonzepte in der Parodontologie und Implantologie, Bolz, W., Wachtel, H., Hürzeler, M., Zuhr, O.,DVD-Kompendium 2005, Quintessenz Verlag Berlin
Dr.med.dent. Frank Seidel
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