Implantateinheilung
Biologisches Konzept - Osseointegration
Osseointegration ist ein biologisches Konzept. Dieses Konzept beschreibt die Einheilung eines leblosen, metallischen Gegenstandes in ein lebendes Knochengewebe. Im eigentlichen Sinn handelt es sich bei der Osseointegration um einen Verankerungsmechanismus. Eine solche Verankerung ermöglicht über Implantate die Befestigung von von implantatgetragenen Zahnersatz am Knochen. Das Eintreten und der Erfolg der Osseointegration sind immer wieder bewiesen worden und stehen zweifelsfrei fest.
Eine erfolgreiche Osseointegration (Implantateinheilung) ist aber nur durch eine sorgfältige Implantatplanung, ein sehr gewissenhaftes chirurgisches Vorgehen und ein bewährtes prothetisches Konzept zu erreichen. Die Osseointegration gründet auf der Achtung vor biologischen Prinzipien und einem vollständigen Verständnis der Wundheilung. Zu ihren weitreichenden Anwendungsgebieten gehören nicht nur die Verankerung von Zahnersatz, sondern auch kiefer-und gesichtschirurgische Indikationen, der Ersatz von Gelenken und die Befestigung künstlicher Gliedmaßen. In den fünfziger und sechziger Jahren dieses Jahrhunderts wurde von Prof. Per-Ingvar Branemark und seinem Team in Schweden als zufälliges Nebenprodukt ihrer Forschungsarbeiten die alternative Verankerungsmethode der Osseointegration entdeckt.
Branemark war war kein Zahnarzt, sondern ein Mediziner, der sich für die Mikrozirkulation des Knochens und Fragen der Wundheilung interessierte. Er studierte diese Phänomene mit Hilfe der der Vitalmikroskopie, bei der eine sehr dünne Schicht lebenden gewebes präpariert und unter dem Mikroskop untersucht wird. Er benutzte dabei eine in Metall gefasste optische Klammer, die chirurgisch in den Knochen des zu untersuchenden Tieres eingesetzt wird. Wenn das Metall dieser Klammern aus Titan benutzt wurde entstand ene sehr feste Verbindung zwischen Knochen und Titan. So heilte das Titan so fest in den lebenden Knochen ein, wie es zuvor nicht für möglich gehalten hatte. Branemark erkannte diese große Bedeutung des neuen Mechanismus nicht nur für dentale Implantate, sondern auch für den Bereich der Orthopädie. Er nannte diesen Verbundmechanismus Osseointegration und startete darauf basierend grundlegende Forschungen auf dem Bereich der Implantologie.
Bei einem erfolgreichen osseointegrierten Implantat besteht ein direkter Kontakt zwischen lebendem Knochengewebe und Titan. Diese Verbindung muss und kann auch eine Belastung aushalten. So entspricht das osseointegrierte Implantat eher einem ankylosiertem als einem normalem Zahn, da eine umgebende Bindegewebsschicht und ein parodontales Ligament am Implantat fehlen.
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Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam Mittelmark)
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