Implantatbrücke - Implantatbrücken
Implantatbrücke - Implantatversorgung mit Brücke
Eine Implantatbrücke ist neben der Implantatkrone die häufigste Versorgung mit Zahnersatz im reduzierten Lückengebiß in der Implantologie. Fehlen zwei oder mehrere Zähne ist oft die Indikation für eine Implantatbrücke gegeben. Fehlt der enständige Zahn und sind die noch vorderen Zähne im Kiefer vorhanden, spricht man von einer sogen. Freiendsituation. Bei mehreren fehlenden Zähnen und noch die Zahnlücke begrenzenden Zähnen wird diese Situation im Kiefer als Schaltlücke bezeichnet. Die Indikationsstellung für eine Implantatbrücke fällt umso mehr, wenn die begrenzenden Zähne der Lücke frei von Karies und nicht überkronungsbedürftig sind. Die Verankerung der Implantatbrücke erfolgt wie bei der Implantatkrone durch die Abutments ,welche innerhalb des Implantates verschraubt werden.
Im zahnlosen Kiefer wird bei einem ausreichenden Knochenangebot die Versorgung mit einer festsitzenden Implantatbrücke auf mindestenstens 8-10 Pfeiler empfohlen. Implantatbrücken können auch als herausnehmbarer Zahnersatz mit einer Konusprothese im zahnlosen Kiefer gestaltet werden. Aber auch im reduzierten Restgebiß kommt die Versorgung von Implantaten mit natürlichen Zähne in Form einer sogen. Pfeilervermehrung in Frage. Diese Versorgung der herausnehmbaren Implantatbrücke wird oft dann favourisiert, wenn sich der Kieferkamm sich schon sehr weit bei Knochenverlust zurückgezogen hat und die rote Ästhetik(Zahnfleisch) durch die individuell gestalteten Brückenzwischenglieder ausgeglichen werden können.
Um die unangenehme Einheilzeit mit dem Tragen einer Totalen Prothese zu vermeiden, kann auch die Umstellung der prothetischen Versorgung im Rahmen einer Sofortbelastung mit Implantaten vorgenommen werden. Hier wird unmittelbar nach der Implantation die Implantatbrücke eingegliedert. Durch eine computergestützte Implantatplanung kann im Vorfeld eine schnelle provisorische Implantatbrücke vom zahntechnischen Labor hergestellt werden. Diese provisorische Implantatbrücke wird nach erneuter Bißregistrierung und Abbformung der Implantate gegen die definitive Brückenversorgung ausgewechselt. Auch hier erfolgt die Befestigung wie bei den Implantatkronen auch durch Zementierung. Aufwendige okklusale (durch die Krone) und transversale Verschrauben treten durch die verminderte Hygienefähigkeit für den Patienten immer mehr in den Hintergrund.
Lange Zeit wurde eine Zahn-Implantatverbindung bei der Implantatbrücken-Versorgung kontrovers diskutiert. Die gewisse Eigenbeweglichkeit des Zahnes und die durch Osseointegration starre Verankerung des Implantates im Knochen stellen im Brückenverbund zwei unterschiedliche Verindungselemente dar. Wissenschaftliche Studien attestieren mittlerweile der Zahn-Implantatbrücken-Versorgung gleich gute Langzeitergebnisse wie der reinen Implantatbrücke. Voraussetzung für die Integration eines Zahnes in die Implantatbrücke ist , dass er frei von Parodontose und Entztündung ist.
Implantatbrücken erfordern ein hohes Maß an Hygienefähigkeit durch den Patienten und eine Nachsorge in der Zahnarztpraxis. Durch die Verblockung der einzelnen Implantatpfeiler ist eine Reinigung mit Zahnseide in den interimplantären Zwischenräumen durch den Patienten schwer möglich. Oft müssen hierfür spezialisierte Zahnzwischenrumbürstchen verwendet werden. Deshalb ist gerade bei einer Implantatbrücke ein kurzfristiges Intervall innerhalb der zahnärztlichen Prophylaxe erforderlich, um Plaque und Zahnstein zu vermeiden.
Dr.med.dent. Frank Seidel
Zahnarzt für Oralchirurgie
TSP Implantologie
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