Dentinhypersensibilität
Schmerzhafter Zahn - Schmerzhafte Zähne - Dentinhypersensibilität
Rund über 30 Prozent der Bevölkerung leiden unter schmerzhaften Zähnen. Charakteristisch für dieses Symptom , auch Dentinhypersensibilität genannt ist das Auftreten eines kurzen, oft leicht ziehenden bis stark stechenden Zahnschmerzes auf das offensichtlich freiliegende Dentin als eine Antwort auf thermische, taktile, osmotische ,chemische Reize oder stark auftretende Temperaturunterschiede. Oft wird die Diagnose Dentinhypersensibilität als eine Ausschlußdiagnose geführt. Das Erscheinungsbild bei diesem schmerzhaften Krankheitsbild ist meist eine freiliegende Dentinoberfläche. Die Schmerzsensation wird durch schnelle Flüssigkeitsbewegungen innerhalb der Dentinkanälchen erklärt. Schnelle Flüssigkeitsbewegungen lösen auf Grund einer Deformation der Odontoblasten und der Nervenendungen letztlich den Zahnschmerz aus. Starke Berücksichtigung müssen Karies, insuffiziente Kronen und Brücken mit Randspalt, Zahnfrakturen nach Zahnunfällen, Überempfindlichkeit nach Bleaching, Knirschen oder Pressen und Zustände nach Wurzelbehandlungen genauestens untersucht werden.
Der sogenannte Kaltlufttest ist eine Möglichkeit den schmerzhaften Zahn mit einer Dentinhypersensibilität zu eruieren. Weite potenzierende Ursachen für einen schmerhaften Zahn sind Zahnfehlstellungen, fehlende bukkale Knochenlamellen nach kieferorthopädischer Zahnbehandlung mit der Zahnspange, tief inserierende Lippenbändchen und vor allem freiliegende Wurzeloberflächen bei einer Parodontose. Oft handelt es sich bei diesen schmerzhaften Zähnen um ein generalisiertes Zahnproblem. Selten ist nur ein einzelner schmerzhafter Zahn bei der klinischen Inspektion vorhanden.
Im Vorfeld der Zahnbehandlung schmerzhafter Zähne sollte eine eingehende Beratung durch den Zahnarzt oder die Prophylaxehelferin stattfinden. Hierzu gehören eine Ernährungsberatung, Mundhygieneinstruktion und die Empfehlung desensibilisierender Zahnpasten und Mundspüllösungen. Um eine schnelle Beschwerdefreiheit beim Patienten zu erreichenkönnen keilförmige defekte an Zähnen versiegelt und auch größere Zahnhalsdefekte mit einer Zahnfüllung versorgt werden. Bei der Zahnversiegelung freiliegender Dentinoberflächen schmerzhafter Zähne haben sich spezielle Zahnversiegler, Desensitizer und vor auch die Lasertherapie bewährt. Desweiteren sollte der betroffene Patient mit einer Dentinhypersensibilität harte Zahnbürsten, abrasive Zahncremes und eine falsche Zahnputztechnik(horizontales Schrubben) vermeiden. Durch diese ungünstigen Faktoren kommt es im Vorfeld zu einer Exposition des Dentins. Dieses kann durch ungünstige Ernährungsgewohnheiten wie z.B. säurehaltige Nahrungsmittel eine weitere Schädigung des empfindlichen Zahnbeines hervorrufen. Freiliegende Dentinoberflächen schmerzhafter Zähne können neben der bekannten Schmerzsymptomatik ein nicht zu unterschätzendes Risiko tragen, kariöse Läsionen zu entwickeln. Die Angst vor dem Zahnarzt ist durch häufige Schmerzsensationen bei diesen Patienten oft sehr ausgeprägt.
Die letzte Möglichkeit für den Zahnarzt eine Dentinhypersensibilität an schmerzhaften Zähnen zu behandeln sind invasive Therapiemöglichkeiten wie die minimalinvasive Parodontalchirurgie, Wurzelkanalbehandlungen oder die Anfertigung eines neuen Zahnersatzes in Form von Zahnkronen oder Brücken, welche suffizient die exponierten Zahnhälse abdecken und den schmerzhaften Zahn vor einer weiteren Überbelastung schützen.
Dr.med.dent. Frank Seidel
Zahnarzt für Oralchirurgie
TSP Implantologie
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