Zähneknirschen
Zähneknirschen - Zahnarzt - Folge von Stress - psychische Belastung
Circa zehn Prozent der Bevölkerung sollen mindestens einmal die Woche unter Bruxismus leiden – wie das Zähneknirschen vom Zahnarzt bezeichnet wird. Durch die mechanische Belastung des Zähneknirschen kann es zu Absplitterungen am Zahnschmelz, Dentin(Zahnbein) bis hin zu Schäden am Zahnersatz (Zahnfüllungen, Inlays, Kronen) kommen. Stark empfindliche Zähne und Zahnschmerzen können die Folge sein. In Extremfällen von Zähneknirschen wird die gesamte Zahnhartsubstanz durch das ungeschützte Zähneknirschen abgetragen bis selbst die Zahnnerven freiliegen und beim Zahnarzt eine Wurzelkanalbehandlung mit späterer Überkronung des Zahnes vorgenommen werden muss.
So soll fast jeder dritte Deutsche im Schlaf infolge von Stress und psychischer Belastung Zähneknirschen. Dabei können nicht nur Schäden direkt an den Zähnen entstehen, sondern auch langfristig Kopfschmerzen, Zahnfleischentzündungen, lockere Zähne, Nackenschmerzen sowie Kiefergelenksbeschwerden auftreten.
Bei unseren Vorfahren in der Urzeit hatte das Zähneknirschen die Funktion einer Signalwirkung und damit des Schutzes vor Feinden. Heutzutage ist das Zähnepressen und Zähneknirschen eher Ausdruck von Stressabbau in der Hochleistungsgesellschaft und findet hauptsächlich zur Nachtzeit statt. Am Tage werden im Durchschnitt alle zehn Minuten einmal die Zahnreihen aufeinander gepresst. Das menschliche Gebiss ist auf diese Dauerbelastung eingerichtet. Häufigeres Aufeinanderpressen in Kombination mit Zähneknirschen wird als Funktionsstörung(CMD) bezeichnet. Die Zähne werden bei einer solchen Dauerbelastung extrem belastet. Bis zu 80 Kilo pro Quadratzentimeter Press-Druck können beim festen Zusammenbeißen (Zähneknirschen) der Zähne unmittelbar auftreten.
Doch was kann man gegen dieses lästige Zähneknirschen tun ? Knirscherschienen mit funktionieller Entlastung des Kiefergelenkes gegen Zähneknirschen werden idR zuerst vom Zahnarzt eingegliedert. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Kieferrelation genauestens vermessen wird. Desweiteren wird gegen das Zähneknirschen eine Bruxismustherapie mit sogenanntem Bio-Feddback empfohlen. Autogenes Training zum Abbau von Stress, Entspannungsübungen, zielgerichtete Massagen und nicht zuletzt eine gesunde Lebensweise können helfen die Symptomatik Zähneknirschen mit zu lindern. Nicht zuletzt sollte der Zahnarzt darauf achten , dass keine Zahnfehlstellungen(Behandlung mit Zahnspange) und ein funktioniell einwandfreier Zahnersatz das optimale Zusammenbeißen unserer Zähne ermöglicht und dem Zähneknirschen entgegenwirkt.
Dr.med.dent. Frank Seidel
Zahnarzt für Oralchirurgie
TSP Implantologie
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