Schutz vor Verlust des Implantats
Ist das Vollkaskoimplantat ein sinnvolles Marketinginstrument ?
Vollkaskoimplantat und Implantatschutzbrief - Top oder Flop ?
Der Markt in der Zahnmedizin hat nun das Marketinginstrument für das Implantat mit "Vollkaskoimplantat" und "Implantatschutzbrief" entdeckt. Solche Behauptungen kennt der Verbraucher mehr oder weniger gut schon aus der Automobilbranche. Die Frage, die sich aus der medizinischen Betrachtungsweise stellt, ist die, ob eine solche Formulierung auf ein Produkt, welches in den Knochen eingesetzt wird überhaupt angewendet werden kann ? So darf z.B. bei der Suggerierung Vollkaskoimplantat kein grundsätzlicher Leistungsausschluss für den Fall einer fehlerhaften Behandlung oder eines mangelhaften Implantates bestehen. Desweiteren muss ein voller Leistungsersatz bei einem Vollkaskoimplantat, d.h. neben den Kosten für den Austausch des Implantates(reine Material-und Behandlungskosten) auch Ersatz sämtlicher Kosten für alle weiteren erforderlichen Leistungen/Materialien(z.B.Zahnersatz) bestehen. Ein Ausschluss von Leistungen kann nur dann vom Zahnarzt erfolgen, wenn der Patient die erforderlichen Kontrolluntersuchungen zur Prophylaxe nicht einhält. Jedoch werden die meisten derzeit am zahnmedizinischen Markt angebotenen Leistungen in puncto Vollkaskoimplantat und Implantatschutzbrief diesen Anforderungen nicht bzw. nicht vollständig gerecht. Meist sind sie auch noch einen bestimmten Implantathersteller gebunden, sodass der Implantologe nicht frei entscheiden kann, welches Implantate er schlußendlich verwendet.
Zum Thema Vollkaskoimplantat wurde von Implantologie Journal beim Geschäftsfüher Dr.W. Groll Dentsply Friadent nachgefragt:
"Als Premium Hersteller für technologisch innovative und qualitativ hochwertige Implantatsysteme(Ankylos, Xive, Frialit-2) kennen unsere Kunden selbstverständlich unsere Kulanzleistung, dass wir die Materialkosten für verloren gegangene Implantate erstatten. Eine solche Leistung gilt bei Dentsply Friadent schon mehr als 30 Jahren. Unserer Meinung nach führt das Vollkaskoimplantat allein durch die Bezeichnung in die Irre, da es suggeriert, dass damit alle möglichen Verluste und damit verbundenen Kosten abgedeckt werden. Das ist ja nicht der Fall. Wir halten es da lieber mit hoher Qualität, klinisch kontrollierten und nachvollziehbaren Erfolgen, vorhersagbaren Behandlungserfolgen und guter Fortbildung und Service. Und wenn dennoch etwas passiert, dann helfen wir als Partner unserer Kunden gerne" . So die Meinung des Geschäftsführers von Dentsply Friadent.
Sicherlich sind die verwendeten Begriffe Vollkaskoimplantat und Implantatschutzbrief sinnvolle Marketinginstrumente, wenn sie denn nun wirklich einen umfassenden Schutz gewährleisten könnten. Ein nicht gebundenes Konzept an einen bestimmten Implantathersteller wäre der erste Schritt. Bei den Autoversicherern ist der Vollkaskoschutz ja auch nicht an eine bestimmte Automarke gebunden.
Quelle zum Thema Implantat Verlust: Implantologie Journal 5/2009 (auszugsweise)
Dr.med.dent. Frank Seidel
Zahnarzt für Oralchirurgie
TSP Implantologie
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