Zahnimplantate
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Dental Implantation und systemische Erkrankung ?

Dental Implantation - systemische Erkrankung - Einheilung

Dental ImplantationUnter dem Begriff systemische Erkrankungen werden eine Vielzahl von Krankheiten zusammengefaßt. Darunter fallen beispielsweise Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Stoffwechselerkrankungen(Diabetes, Osteoporose), Mangelerkrankungen sowie chronische Infektions- und Autoimmunkrankheiten. Prinzipiell wird in der Zahnmedizin die Frage gestellt, ob eine mögliche Wechselbeziehung zwischen diesen systemischen Erkrankungen und deren prospektiv negativen Auswirkungen auf die Wundheilung und speziell die erfolgreiche Implantateinheilung nach einer Dental Implantation besteht. Gerade beim Zahnersatz Senioren nimmt die Bedeutung dieser systemischen Erkrankungen zu, da sehr oft im Alter einer dieser Erkrankungsformen auftreten kann oder eine medikamentöse Dauertherapie besteht. Die vielfach hohe Erwartungshaltung dieser Patienten nach einem hochwertigen Zahnersatz(Implantatkronen, Implantatbrücken) stellen den Zahnarzt interdisziplinär vor hohe Anforderungen. Oft wird eine Implantatgarantie(im Sinne der Einheilung)  unter diesen schlechten gesundheitlichen Voraussetzungen schon im Vorfeld vom Patienten eingefordert. Es gibt eine Vielzahl von Nachuntersuchungen, ob eine Dental Implantation im Rahmen dieser erschwerten Bedingungen erfolgreich sein kann. Doch wie stellt sich der sogen. Risikopatient im Rahmen einer Dental Implantation in der zahnärztlichen Praxis dar ? Systemische Erkrankungen mit einem hohem Public Health-Impact wie Diabetes stellen grundsätzlich einen Risikofaktor dar, der zu höheren Misserfolgen nach einer Dental Implantation führen kann. Allerdings liegen auch viele positive Fallberichte vor. Sicherlich ist es hier der Erfolg einer Dental Implantation von der internistischen Betreuung des Patienten abhängig. Ein gut eingestellter Diabetes mellitus ist kein Hinderungsgrund für Zahnimplantate mit entsprechender Gabe von Antibiotika nach einer Dental Implantation.

Auch bei Patienten mit einem manifesten Diabetes in Kombination mit einer Parodontose ist eine erfolgversprechende Dental Implantation möglich, vorausgesetzt, dass eine entsprechende Parodontalbehandlung im Vorfeld stattgefunden hat. Bei der systemischen Erkrankung Osteoporose wird ebenfalls von keiner grundsätzlichen Kontraindikation im Zusammenhang mit einer Dental Implantation ausgegangen. Die Behandlungsplanung muss hier sehr genau auf die Dental Implantation abgestimmt werden und Implantate mit einem größeren Durchmesser und einer biologisch aktiven Oberfläche eingesetzt werden. Durch die offensichtlich hohe Prävalenz eines Vitamin D-mangels in der Bevölkerung rückt neuerdings auch eine durch Mangelerscheinungen bedingte, gestörte periimplantäre Knochenregeneration immer mehr in den Blickpunkt bei systemischen Erkrankungen. Auch hier kann sicherlich durch entsprechende Substitution des Mangelfaktors das Risiko eines Implantatverlustes nach einer Dental Implantation deutlich gesenkt werden. So kann wohl auch ein Mangel an Magnesium die Knochendichte und damit die Implantateinheilung beeinflussen. Interleukin-1 ist ein wichtiger Mediator bei einer Entzündung. Genetisch bedingte Polymorphismen werden als Kofaktoren für eine gestörte Wundheilung nach einer Dental Implantation betrachtet.

Das Rauchen stellt prinzipiell in Verbindung mit systemischen Erkrankungen nachwievor einen Risikofaktor dar. Vor einer größeren Implantatversorgung sollte der Zahnarzt versuchen eine Raucherentwöhnung beim Patienten durchzuführen. Generell bleibt festzuhalten,  dass auf der Grundlage der bisher gesammelten wissenschaftlichen Erkenntniss keine absoluten oder relativen Kontraindikationen bezüglich einer Dental Implantation bei Patienten mit systemischen oder altersbedingten Begleiterkrankungen formuliert werden können. Die Zusammenarbeit mit dem Internisten oder den behandelnden Hausarzt mittels einhergehender Differentialdiagnostik für eine Dental Implantation ist unbedingt erforderlich. dann muss so oft im Einzelfall entschieden werden, ob die implantat-prothetische Rehabilitation beim Patienten durchgeführt wird. Schlußendlich ist auch eine optimale Mundhygiene, ein regelmäßiges Recall im Rahmen einer Prophylaxe notwendig, um den aufwendigen Zahnersatz auf Implantaten lange Zeit zu erhalten.

Quelle zu Dental Implantation: Praktische Implantologie iund Implantatprothetik 3/ 2012


Letzte Aktualisierung dieser Seite von Author : 06.04.2013

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