Feste Zähne
Feste Zähne mit mit All on Four *
Sind feste Zähne bei überwiegender Zahnlosiglkeit und einem stark abgebauten Knochen noch überhaupt möglich ? Die implantatprothetische Rehabilitation des zahnlosen Ober-und Unterkiefer stellt in dem logistischen Behandlungsablauf immer wieder eine Herausforderung für den implantologisch tätigen Zahnarzt dar. Oft steht der Wunsch des Patienten mit festsitzendem , implantatgetragenen Zahnersatz in Form einer Sofortversorgung behandelt zu werden im Widerspruch mit vorhandenem Knochenangebot und durch Entzündungen vorgeschädigten Knochen. Das Knochenangebot in der Vertikalen wird im Oberkiefer durch die Kieferhöhle und im Unterkiefer durch den Nervus alveolaris inferior begrenzt. Hinzu kommt die Knochenresorption im horizontalen Sektor.
Verschiedene Versorgungskonzepte für feste Zähne mit Knochenaufbau(Augmentaion), Sinuslift , Bone-Condensing oder Nervverlagerungen im Unterkiefer können durch die anatomisch-chirurgische Manipulation des Knochens unter späterer Beachtung langer Einheilzeiten und mehrfacher Behandlungsschritte eine implantatprothetische Versorgung dennoch realisieren. Im Oberkiefer erfordert das einen techniksensitiven, oralchirurgischen Eingriff, bei dem keine pathologischen Befunde in der Kieferhöhle vorliegen sollten. Verlaufskontrollen über einen längeren Zeitraum zeigen jedoch eine Inzidienz von pathologischen Kieferbefunden von über 50 Prozent, sodass diese als absolute oder relative Kontraindikation für das Einbringen von Knochenersatzmaterial oder Zahnimplantaten in dieser Region zählen können. Sogen. KIPP-Implantate umgehen aufwendige chirurgische Zweiteingriffe wie Augmentationen und können im Rahmen einer Sofortbelastung sogar unmittelbar funkrioniell belastet werden.
Das von Paulo Malo(Lissabon) zur Sofortversorgung ganzer Kiefer für feste Zähne entwickelte All on Four * Konzept für feste Zähne beinhaltet die Zahnextraktion ggf. nicht mehr erhaltungswürdiger Zähne, die Implantation und Sofortbelastung mit einer festsitzenden, implantatgetragenen Interimsversorgung eines kompletten Kiefers innerhalb von 24 Stunden. Ein wesentliches Merkmal von All on Four * ist die Insertion von angulierten Zahnimplantaten mit einer Länge von bis zu 18mm, um an gefährdeten Nachbarstrukturen vorbei(Foramen mentale im Unterkiefer, Kieferhöhle) möglichst viel ortsständigen Knochen zu nutzen und unter Vermeidung eines Knochenaufbaus eine möglichst große prothetische Unterstützungsfläche für die spätere Implantatbrücke zu erreichen. Der Begriff All on Four * ist markenrechtlich vom Implantathersteller Nobel Biocare * geschützt. Eine etwaige Prothesenkarenz ist nach der Implantatoperation auf ca 24 Stunden beschränkt. Die darus resultierende schnellere private und vor allem berufliche Einsatzfähigkeit ist gerade in der heutigen Zeit ein wesentliches Argument für den Patienten.
All on Four * erfordert eine präzise Implantatplanung mittels 3-D-Diagnostik. Die Anfertigung einer 3-D-Schablone zeigt ferner den Vorteil, dass die Herstellung der provisorischen Versorgung vom Zahntechniker schon weitesgehend vor der Implantatinsertion produziert werden kann. Der Eingriff für All on Four *in Bezug auf feste Zähne sollte grundsätzlich in Vollnarkose oder Tiefschlaf durchgeführt werden , um die psychologische Belastung für den Patienten so gering wie möglich zu halten. Bei einem zahnlosen Patienten mit entsprechendem Knochenangebot ist die All on Four * darüber hinaus nach 3-D-Planung minimalinvasiv (SIC)durchführbar, was zu einer Verkürzung der Operationszeit und einer Verringerrung der postoperativen Beschwerden führt.
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Dr.med.dent. Frank Seidel
Zahnarzt für Oralchirurgie
TSP Implantologie
Förster - Funke - Allee 104
14532 Kleinmachnow-Berlin
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