Sinuslift
Mit Sinuslift (Anhebung des Kieferhöhlenbodens durch Knochenaufbau) Zahnimplantate auch in sehr schwierigen Fällen sicher setzen

Die Resorbtion des Kieferknochens nach einer Zahnextraktion und die räumliche Nähe zur Kieferhöhle können im Oberkiefer-Seitenzahnbereich zu großen Schwierigkeiten bei der Versorgung mittels implantatgestützen Zahnersatz(Implantatkronen,Implantatbrücken) führen. Deshalb kommen in der Oralchirurgie Techniken des Sinuslift zum Einsatz, bei welchen die Sinusmembran angehoben und unterschiedliche Aufbaumaterialien zum Knochenaufbau eingebracht werden.
Implantate im atrophierten Oberkieferseitenzahnbereich können meist erst nach einer Knocheneinlagerung im Bereich des Kieferhöhlenbodens gesetzt werden. Die klassische offene Sinusbodenelevation(Sinuslift) wurde von Tatum 1977 erstmals praktiziert, von Boyne 1980 zum ersten Mal veröffentlicht. In einer Literaturstudie präsentiert Dr. med. dent. Jürgen Braunsteiner, MSc, eine Übersicht der verschiedenen Methoden für einen Sinuslift. Diese offene Sinusbodenelevation mit zunächst krestaler, später nur noch lateraler Antrumeröffnung scheint zurzeit die am weitesten verbreitete Methode zurm Sinuslift zu sein. Alternativ bietet sich die geschlossene, krestale Eröffnung des Sinus an, wie sie von Summers entwickelt wurde. Gemäß dem Beschluss der Sinus Konsensus Konferenz 1996 haben sich sowohl der externe wie der interne Sinuslift etabliert. Beide Verfahren sind einzeitig, das heißt simultan mit der Insertion der Implantate, wie auch zweizeitig anzuwenden. Beim zeizeitigen Sinuslift-Verfahren ist oft eine bessere Positionierung der Zahnimplantate und damit ein besseres vorhersagbares Ergebnis für den zukünftigen Zahnersatz möglich. Gleichfalls sollte hier nach einem entsprechenden Knochenaufbau in der Kieferhöhle eine Knochenregeneration und damit verbundene Neubildung in einem Zeitraum von mindestens 6-8 Monaten abgewartet werden.
Im Oberkieferseitenzahnbereich ist ein ausreichendes vertikales Knochenangebot zur risikolosen Implantatverankerung für eine geforderte Mindestlänge von Implantaten (10 mm) oft nicht gegeben.
Bei Vorliegen einer zur sicheren Implantatstabilisierung ausreichenden Knochenhöhe von 4-5mm im Bereich des Kieferhöhlenbodens kann jedoch die Implantation gleichzeitig mit Anhebung der Kieferhöhlenschleimhaut (Sinuslift) durchgeführt werden.
Der fehlende Knochen wird dann gleichzeitig meist aus einem Gemisch von körpereigenem Knochen(autologe Knochenverpflanzung) und Knochenersatzmaterial im Rahmen einer Augmentation substituiert. Die Behandlungsentscheidung ob ein interner oder externer Sinuslift durchgeführt wird, hängt immer von den anatomischen Verhältnissen ab. Aktuelle Literaturangaben, wann eines der beiden Operationsverfahren angewendet werden sollte, schwanken zum Teil erheblich. Während auf der einen Seite empfohlen wird, einen externen Sinuslift nur bei einer geringen Resthöhe des Alveolarkamms bis zu 5 mm durchzuführen, empfehlen die Autoren der Cochrane Collaboration Study Group in Ihrem neuesten Review den internen Sinuslift bei einer noch geringeren Residualhöhe des Alveolarlkamms.
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Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie
Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam Mittelmark)
Literatur zum Thema Sinuslift:
Sinuslift mit autogenem Knochen und plättchenreichem Plasma: Histologische Ergebnisse bei Menschen, Aimetti, M., Romano, F., Dellavia, C., De Paoli, S.,Internationales Journal für Parodontologie & Restaurative Zahnheilkunde 28 (2008), Nr. 6, Quintessenz-Verlag Berlin
Sinusliftverfahren mit Ultraschall-Knochenchirurgie: Erfahrungen aus fünf Jahren, Blus, C., Szmuckler-Moncler, S., Salama, M., Salama, H., Garber, D., Internationales Journal für Parodontologie & Restaurative Zahnheilkunde 28 (2008), Nr. 3, Quintessenz-Verlag Berlin
Langzeitauswertung des Implantatüberlebens nach einer Sinuslift-Operation: Eine Fallserie, Yamamichi, N., Itose, T., Neiva, R., Wang, Hom-Lay, Internationales Journal für Parodontologie & Restaurative Zahnheilkunde 28 (2008), Nr. 2, Quintessenz-Verlag Berlin
Versorgung der augmentierten Kieferhöhle(Sinuslift) mit implantatgetragenem Zahnersatz. M.B. Hürzeler Habilitationsschriften der ZMK, Quintessenz Verlag Berlin (1997)
Einzeitige vs. zweizeitige Sinuslift - Augmentation: Eine retrospektive Studie zweier unterschiedlicher Methoden unter Verwendung von Implantaten mit einem speziellen progressiven Gewindedesign. Meeting der Academy of Osseointegration, 18.-20. März 2004:
Die Insertion enossaler Implantate im Seitenzahnbereich des Oberkiefers ist häufig durch ein nicht ausreichendes Knochenangebot limitiert. In den vergangenen 5 Jahren hat sich der Sinuslift zu einem zuverlässigen Verfahren zur Verbesserung des ortsständigen Knochens für eine Implantation in diesen beeinträchtigten Situationen entwickelt. Die operative Entscheidung für ein ein-oder zweizeitigen Sinuslift wird von der Quantität und der Qualität des vorhandenen Knochens und der erreichbaren Primärstabilität beeinflußt. Das in dieser Untersuchung verwendete Ankylos-Implantatsystem ist mit einer Konusverbindung und einem progressiven Sondergewinde ausgestattet., womit die Kortikalis entlastet, Knochenverluste verhindert und eine hohe Primärstabilität erreicht wird. Voraussetzung für den einzeitigen Sinuslift war eine Restknochenhöhe von mindestens 5 mm. Bei einem geringeren Knochenangebot wurde ein zweizeitiger Sinuslift angewendet. Im Ergebnis dieser Sinuslift-Studie wurde kein signifikanter Unterschied in der Überlebensrate zwischen den beiden angewendeten Verfahren(ein-oder zweizeitig) festgestellt.
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