Knochenersatzmaterial
Knochenersatzmaterial-Transplantation-Erfolgsfaktoren
Nach immunologischen Gesichtspunkten lassen sich für die Transplantation und Implantation zur Verfügung stehenden Materialien in vier Gruppen einteilen:
- autologe
- allogene
- alloplastische Knochenersatz-Materialien
Autologe Knochenersatzmaterialien stammen vom gleichen Individuum ab, wähend allogene Stoffe von einem anderem Individuum derselben Spezies gewonnen werden. Xenogene Materialien werden von einem Individuum einer anderen Spezies gewonnen. Alloplastische Materialien sind synrhetisch hergestellte Fremdstoffe. Für den Wiederaufbau von Knochen, ist das autologe Transplantat, das als Spongiosa, Kortikalis oder kortikospongiöser Span entnommen wird wird, das ideale Material. Der autologe Knochen weist bessere Eigenschaften als jedes andere Knochenersatzmaterial auf., da er die gleichen Material-Eigenschaften wie das Empfängerbett(Knochenverpflanzung) besitzt und zum anderen immunologische Reaktionen und die Übertragung von Krankheiten vermieden werden. Der autologe Knochen steht aufgrund seiner Herkunft aus dem lebenden Organismus nur in begrenzter Quantität zur Verfügung. Für umfangreichere Operationen in der Kieferchirurgie muß dann auf Materialien zurückgegriffen werden, die unlimitiert vorhanden sind.
So stammen zum Beispiel körperfremde Gewebe von einer Knochenbank und verlangen keine zusätzliche Entnahmeoperation.Allogener Knochen besitzt ein osteoinduktives Potential, ist aber aufgrund seiner immunoöogischen Problematik nicht frei in der Anwendung.
Knochenersatzmaterialien sind synthetische, anorganische oder biologische, organische Verbindungen(Bio-Materialien), die bei der Behandlung eines Knochendefekts - nach dessen Stabilisierung durch Osteosynthese - anstelle des autologen bzw. allogenen Knochen in den Defekt implantiert werden. Knochenersatzmaterial wird in erster Linie als Füll-und Gerüstmaterial zur besseren Knochenregeneration eingesetzt. Bei den synthetischen Materialien kommen Hydroxylappatite, Trikalziumphosphate,Kalziumphosphat und Glaskeramiken zum operativen Einsatz. Eine gewünschte knocheninduzierte Wirkung wird jedoch bei diesen Materialien nicht erreicht, weshalb eine Vermischung mit eigenem Knochen bei der Augmentation oft vorgenommen wird.
Neben den synthetischen Materialien sind Hydroxylappatite aus Korallen und ein aus Kälberknochen gewonnenes Produkt( Bio-Os) das Mittel der Wahl beim Knochenersatz. Bio-Os (Geistlich-Pharma) wird aus dem kortikalen und/oder spongiöse Knochen des Rindes gewonnen. Alle organischen Bestandteile werden aus dem Material entfernt und das Extrakt einer schonenden und wirksamen biologischen Aufbearbeitung unterworfen. Aufgrund der natürlichen Struktur von Bio-Os ist die innere Oberfläche der des natürlichen Knochens sehr ähnlich. Folgend dieser hervorragenden Eigenschaften wird dieses Knochenersatzmaterial bei der gleichzeitigen Augmentation von Zahnimplantaten oder auch bei der Sinusbodenelevation (Anheben der Kieferhöhlenschleimhaut) angewandt. Erfolgsfaktoren für den Einsatz der Knochenersatzmaterialien sind die Resorbierbarkeit, die Porengröße oder die Partikelgröße des Materials.
So spielt die Porengröße des Materials beim Knochenersatz eine entscheidende Rolle. Knochenersatzmaterial soll folgende Anforderungen in der Kieferchirurgie und Implantologie besitzen:
- spenderunabhängig verfügbar
- geringes Transplantationsrisiko
- ausreichende mechanische Stabilität
- hohe biologische Wertigkeit = osteokonduktive und osteoinduktive Leistungsfähigkeit
Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam Mittelmark)
Lietratur zum Thema Knochenersatz, Knochenersatzmaterialien und Implantate:
Indikationen und Auswahl eines geeigneten Knochenersatzmaterials für Augmentationsverfahren in der Implantologie, Schlegel, K.A., Fenner, M., Nkenke, E., ,Eitner, S., Implantologie(2007) -Quintessenz-Berlin
Knochenersatzmaterialien in der Implantologie, Terheyden, H., Quintessenz 57(2006)-Berlin
Dr.med.dent. Frank Seidel
Zahnarzt für Oralchirurgie
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