Augmentation (Knochenaufbau)
Implantation durch Augmentation (Knochenaufbau) auch bei starkem Knochenverlust
Ein Zahnimplantat kann nur bei ausreichend vorhandenem Kieferknochen erfolgen. Ein zu dünner Kieferknochen bietet einem Implantat zu wenig Halt.
Augmentation
In den Fällen eines unzureichenden Knochenbettes ist der Kieferknochen zunächst durch eine sogenannte „Augmentation“ zu verstärken, damit die Implantate besser halten. Dazu wird dem Patienten üblicherweise körpereigener Knochen z. B. aus dem Kinn, dem Kiefer (z. B. aus der Region der Weisheitszähne) oder aus dem Becken entnommen und an die für das Implantat vorgesehene Kieferstelle verpflanzt. Die Entnahme körpereigenen Knochenmaterials wird wegen der gegenüber künstlichen Ersatzmaterialien besseren Körperverträglichkeit traditionell vorgezogen. Eigenes Körpergewebe verursacht keine Abstoßungsreaktionen des Immunsystems. Auch die Übertragung von in einem fremden Organismus eventuell befindlichen Krankheitskeimen ist ausgeschlossen. Allerdings bedeutet die Eigenknochenentnahme einen zusätzlichen operativen Eingriff vor der eigentlichen Zahnimplantation zwecks - der eigentlichen Zahnimplantation vorausgehenden - „präimplantologischen Knochenaufbaus“.
Knochenersatz und Implantation in einem Behandlungstermin
Neuartige Operationstechniken erlauben aber auch die sofortige Durchführung der Implantation. Bei einer „Sinuslift“ genannten Operationsmethode wird mittels eines kleineren Eingriffs (meist nur unter lokaler Betäubung) der Kiefernhöhlenboden so angehoben, dass ein Hohlraum entsteht, der mit Knochenersatzmaterialien ausgefüllt wird, die aus synthetisch hergestellten, organischen oder anorganische Stoffen bestehen können. Auch eine Vermischung mit eigenem Knochenmaterial ist möglich. Um den Bereich des neu gebildeten Knochens wird gewöhnlich eine Membran gelegt, die ein problemloses Einheilen sicherstellt. Der Körper baut das Knochenersatzmaterial im Laufe der Zeit unter Ersetzung durch körpereigenes Knochengewebe ab.
Nach Füllung des Hohlraumes werden Löcher in den Kiefer gebohrt, das meist aus Titan (und bisweilen aus Keramik) bestehende Implantat eingeschraubt und anschließend die Kieferschleimhaut vernäht. Die Verheilungszeiten betragen im Unterkiefer ungefähr drei und im Oberkiefer sechs Monate. Nach der Ausheilung wird die Schleimhaut wieder geöffnet und der Zahnersatzkörper auf das eingewachsene Zahnwurzelimplantat montiert.
Das Zahnimplantat kann sofort in den Kiefer eingesetzt werden, so dass eine spätere zweite Operation zur Einsetzung des Implantates nicht mehr notwendig ist. Vorteil des Sinuslift-Verfahrens ist der geringe operative Eingriff ("minimalinvasives Verfahren“).
Neuartige Implantate
Eine aufwändige präimplantologische Augmentation wird mit den sogenannten „Schmal Implantaten“ sowie mit „KIPP-Implantaten“ vermieden. Die grazil wirkenden „Schmal Implantate“, die einen Durchmesser von lediglich 3 Millimetern aufweisen, ermöglichen in einigen Fällen auch Implantationen ohne vorangegangene Augmentation und stellen eine – gerade im Frontzahnbereich wichtige – positive ästhetische Wirkung sicher. „KIPP-Implantate“ basieren auf millimetergenauen Operationsmethoden, verändern die natürliche Kieferanatomie des Patienten nicht und erlauben eine sofortige (vorsichtige) Belastung des Zahnimplantats.
Erfolgsaussichten und mögliche Komplikationen
Die Erfolgsaussichten einer Implantation nach einer Augmentation sind aufgrund der heute verfügbaren zahnmedizinischen Operationstechniken fast ebenso gut wie bei einem bei ausreichendem Kieferknochen erfolgten Implantat. Mögliche Komplikationen können sich in Form einer Entzündung der Wunde oder eines schlechten Einwachsens des Implantats ergeben. Die Gefahr eines Nichteinheilens des Implantats ist z. B. bei schlechter Knochendurchblutung, bei bestimmten Erkrankungen (z. B. Diabetes mellitus) und bei Rauchern erhöht.
Implantation mit Knochenaufbau (Knochenspan) aufgebauten Kieferkamm
Simultaner Knochenaufbau (Augmentation) bei Implantation mit Knochenersatzmaterial
Abdeckung des Knochenaufbau's mit resorbierbarer Membran und Fixation mit Titannägeln
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Dr.med.dent. Frank Seidel, Zahnarzt für Oralchirurgie, TSP Implantologie Tel.: 033203 - 85200, 14532 Kleinmachnow bei Berlin (Potsdam Mittelmark)
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